Bewusst modern, einfach, klar und reduziert soll sie werden, die „neue Mitte Mitwitz “ in der Kronacher Straße 3. Dennoch soll laut Planer ein Ort entstehen, an dem sich alle Generationen wohlfühlen. Wie und ob das überhaupt zusammengeht, darüber wurde während der letzten Gemeinderatssitzung entschieden.

Was man mit rund 795 000 Euro an Fördergeldern alles anfangen kann, beschrieb Marcus Hamberger vom Landschaftsarchitekturbüro „Freiraumpioniere“ aus Weimar. Er möchte schnell in die Umsetzung einsteigen, versicherte er, und zeigte dem Gremium Entwürfe der Visionen, in die auch Anregungen von Gemeinderäten und Bürgern eingeflossen seien. So entstanden nach und nach plastische Bilder eines Ortes, der die Menschen zusammenbringen soll.

Platanen und ein Wasserbecken

Da gab es zum Beispiel eine Reihe von Platanenbäumen, die genügend Schatten spenden könnten, um sich darunter wohlzufühlen. Im Rücken des Platzes soll ein lang gezogenes Wasserbecken zum Anziehungspunkt werden. Als Zielgruppe hatten die Landschaftsarchitekten aber nicht ausschließlich planschende Kinder definiert, sondern auch Erwachsene, denn es soll genügend Platz sein, um sich auf die Kante zu setzen. Dazu kommen Hecken aus heimischen Gehölzen, Parkbänke, Sitzstufen aus Naturstein. Für die Begehbarkeit soll genau das Natursteinpflaster sorgen, das man schon von den Fußwegen in der Ortsmitte kennt. Doch Hamberger möchte es nicht in einer geordneten Struktur verlegen, sondern als „wilden Verband“. So soll am Ende ein teppichartiges Gesamtmuster entstehen. Hamberger: „Weil der Platz nicht rechtwinklig ist, könnte man das Pflaster nie exakt in einer Reihe verlegen. Die Randbereiche werden wir mit Kleinsteinpflaster belegen und eine gesägte Oberfläche sorgt für gute Begehbarkeit.“

Doch all das könnte nur flankierendes Beiwerk sein, denn der absolute Hingucker wird wohl ein Holzpavillon werden, von innen heraus illuminiert. Er soll wegen seiner nach unten gezogenen Seiten als mulitfunktionaler Wetterschutz dienen. Diese Konstruktion war der absolute Gewinner unter mehreren Modellen, die im Rahmen eines studentischen Projektes in Zusammenarbeit mit der Hochschule Coburg erarbeitet wurden. Auf rund 100 Quadratmetern soll künftig ein Treffpunkt und Veranstaltungsort für die Bürger entstehen. Der Pavillon sei aber auch als Überdachung für die Marktstände gedacht, als Witterungsschutz und als Unterstellmöglichkeit.

In diesem Zusammenhang bedauerte Marcus Hamberger, dass „die Frequentierung des Marktes immer weiter abgenommen hat“. Als Gründe dafür nannte er die Parksituation sowie die Überschneidung des Angebotes mit dem ortsansässiger Geschäfte. Er warf die Frage in den Raum, ob der Markt langfristig überhaupt tragfähig sei und ob man ihn aufrechterhalten solle.

Auch das „gefühlte Verkehrsrisiko“ an der Hauptstraße spiele eine tragende Rolle. Der Verkehr fließe hier teilweise zu schnell und sei zu laut. Hamberger regte an, in diesem Bereich vielleicht mehr Geschwindigkeitskontrollen durchzuführen oder die Geschwindigkeit zu begrenzen. Vielleicht könne dann ja auch eine kleine Außengastro entstehen, hoffte er. Für den hinteren Bereich soll darüber hinaus ein Toilettenwagen angeschafft werden, versichert Bürgermeister Oliver Plewa ( CSU ).

Möglicher Baubeginn: Juni oder Juli

Damit sich die Planungen in handfeste Projekte verwandeln, will man jetzt so schnell wie möglich mit der Ausschreibung starten. Als möglichen Baubeginn nannte der Planer Juni oder Juli diesen Jahres. Im nächsten Frühjahr könne man dann schon fertig sein. „Ich bin optimistisch, dass man diesen Rahmen einhalten kann.“

Ein weiterer Punkt auf der Agenda war die Anpassung des „Förderprogramms zur Gebäudevitalisierung“. Es gelte außerhalb des Sanierungsgebietes „Ortskern Mitwitz “ und diene der Unterstützung von privaten Baumaßnahmen im Außenbereich. Dazu zählen unter anderem Fassaden, Dächer, Fenster, Türen, Einfahrten und Vorgärten.

Angebote fielen sehr hoch aus

„Es wäre kein gutes Signal, die Maßnahme jetzt auf Biegen und Brechen durchzuziehen“, sagte der Bürgermeister zur Vergabe des Gewerks „Gewässerumbau mit Brücken“ für die Neuordnung des Areals „Südwestlicher Ortseingang“ an der Coburger Straße. Vier Angebote hätten für Diskussionen und Klärungsbedarf gesorgt. „Selbst das günstigste Angebot überschreitet den geschätzten Auftragswert um 30 Prozent.“ Deshalb schlug er die Durchführung eines erneuten Ausschreibungsverfahrens vor mit angepassten Modalitäten zur Kostenreduzierung. Unter anderem sollen Materialqualitäten geändert werden. Auch eine Verlängerung des Ausführungszeitraums, der sich bis ins Frühjahr 2023 hinziehen könne, wäre eine Option zur Kostensenkung. Die Angebote seien vor allem deshalb so hoch ausgefallen, vermutete Plewa, weil der Zeitraum zu eng gesteckt worden sei und die Firmen deshalb mit erhöhten Preisen reagiert hätten. Dem widersprach Siegmund Katholing (FWG). Er warnte davor, die Maßnahme zu verschieben, da das nach seiner Erfahrung nur eine weitere Kostenmehrung nach sich ziehe. „Wenn ich unrecht habe, tue ich gern Buße und wandere zur Kapelle nach Lochleithen.“

Am Ende entschied sich das Gremium dennoch für eine Verschiebung, vor allem auch deshalb, weil diese Maßnahme mit der Regierung als Fördermittelgeber abgesprochen sei.