Rund 140 Malereien, Grafiken und Fotografien in allen möglichen Facetten – bei „Cesaros temporärer Galerie “ im Impfzentrum handelt es sich um das bislang größte und längste Ausstellungsprojekt im Landkreis überhaupt. Aktuell präsentieren hier an die 40 Aussteller, darunter viele spannende Neuentdeckungen, einen bunten Mix der verschiedensten Stilrichtungen und Techniken. In einer Serie stellten und stellen auch weiterhin die Tageszeitungen die ausstellenden Künstler aus dem Landkreis Kronach sowie der Metropolregion Nürnberg vor. Tief beeindruckt nahm am Donnerstag Landrat Klaus Löffler den umfangreichen Pressespiegel aus Händen des Initiators, Organisators und Ideengebers entgegen.

„Die Ausstellung ist für alle Interessierten offen. Es handelt sich um eine lebendige Galerie , bei der wir Arbeiten austauschen oder umhängen und auch immer wieder gerne neue Bilder dazunehmen können“, bekundete der Erste Vorsitzende der „Regionalen Kunstförderung Kronach “. Schon mehrere Ersatz-Hängungen bzw. Umlagerungen wurden durch derartige Bilder-Neuzugänge erforderlich, nachdem die Ausstellung gerade in den letzten Wochen einen enormen Zuwachs erfuhr bzw. erfreulicherweise auch Exponate verkauft wurden. Auch am Tag der Übergabe des Pressespiegels war Ingo Cesaro mit dem Hängen neuer Bilderwelten von Edwige Nocente-Potsis, Matthias Rudolph, Christine G. Hirt sowie Eva Böhm zugange – eine echte Erfolgsgeschichte also. Dabei hatte er lange gezögert, diese Idee an den Landrat heranzutragen.

Erst beim zweiten Anlauf

Bereits im November 2020 hatte der Kulturvermittler einen Brief an den Landrat geschrieben mit der Frage, ob es möglich wäre, eine derartige Galerie zu organisieren – insbesondere vor dem Hintergrund, dass coronabedingt viele traditionelle Ausstellungen und Kunstprojekte abgesagt werden mussten. Nachdem er lange gezögert hatte, den Brief beim Landratsamt einzuwerfen, zerriss er ihn. „Ich war der Meinung, man habe hier im Impfzentrum anderes zu tun, als sich mit einer solchen Idee zu befassen“, erläuterte der Kultur-Aktivist. Trotzdem verfasste er im Januar 2021 einen neuen Brief, den er dann einwarf. Innerhalb kurzer Zeit erhielt er für sein Anliegen grünes Licht seitens des Landratsamtes. Danach verbrachte er einen Tag damit, Künstler der Regionalen Kunstförderung Kronach sowie weitere bekannte und befreundete Künstler anzurufen und einzuladen. Nur zwei von ihnen sagten ab. Ende Januar hängte er schließlich die Kunstwerke zusammen mit seinem Schwiegersohn Dietmar Schlesinger im Impfzentrum auf – vom großen Gang über die Wartezimmer sowie Impfräume bis hin zu den Mitarbeiterbüros.

Die Presseberichte bzw. das Hinaustragen ihrer Kunst in die Öffentlichkeit seien für die Teilnehmer sehr wichtig, betonte Cesaro bei der Übergabe des in der Tat sehr umfangreichen Pressespiegels. „Im Leben braucht man Visionen und Ideen, um den Menschen Zuversicht und Hoffnung zu geben – gerade in diesen bewegten Zeiten“, zeigte sich der Landrat sicher. Diesen Optimismus strahle der Landkreis aus – und dies gelte auch für die Ausstellung, die symbolisch für die aktuelle Situation im Landkreis stehen könne. Dem Botschafter und Impulsgeber par excellence unserer Heimat könne er nur einmal mehr größten Respekt zollen, was er mit diesem Projekt auf die Beine gestellt habe. „Man spürt, wie Sie brennen – und nur wer brennt, kann andere anzünden“, würdigte Klaus Löffler , dass es diese Möglichkeit der Ausstellung für Künstler ohne Cesaro nicht gegeben hätte. hs