Seit dem 23. April dürfen Waldbesitzer deutschlandweit nur noch 85 Prozent des regulären Fichten-Frischholzeinschlags ernten. Das regelt eine Verordnung des Bundes, die Ende April in Kraft getreten ist. Ziel dieses staatlichen Eingriffs in das Marktgeschehen ist es, weitere erhebliche Störungen des Rundholzmarktes abzuwenden. Insbesondere der Preisverfall in den Borkenkäferschadensgebieten hat den Bund bewogen, hier regelnd einzugreifen, teilt das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kulmbach mit.

Die Regelung sei aber kein kompletter Einschlagstopp, sondern eine Einschränkung um 15 Prozent, die alle Waldbesitzer

zu beachten haben und nur für die Baumart Fichte gilt. „Wichtig ist, dass es eine Bagatellgrenze von 75 Festmetern für kleinere Waldbesitzer gibt“, erläutert Michael Schmidt, Bereichsleiter

Forsten am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Kulmbach.

Dank der Initiative Bayerns endet die Regelung zudem bereits zum 30. September 2021 und damit ein Jahr früher, als von anderen Bundesländern ursprünglich gefordert. Ebenso konnte Bayern erreichen, dass die Beschränkung von ursprünglich geplanten 70 Prozent auf 85 Prozent verringert wurde. So kann im Falle einer regionalen Markterholung, wie aktuell in Bayern spürbar, eine Versorgung mit Frischholz sichergestellt werden.

Schadhölzer ausgenommen

Die Aufarbeitung und der Verkauf von Schadhölzern, welche in Folge von Borkenkäferbefall oder Windwürfen angefallen sind, sind von der Verordnung ausgenommen. Solche außerplanmäßigen Nutzungen bleiben weiterhin zulässig und sind auch zwingend notwendig. Zudem wird es Steuererleichterungen für private Waldbesitzer geben, die Borkenkäferholz einschlagen müssen.

„Für unsere Waldbesitzer wirkt sich die Verordnung sehr positiv aus. Nach Auskunft der Waldbesitzervereinigungen fließt unser Borkenkäferholz gut ab und es stehen genügend Forstunternehmer zur Verfügung, um befallene Borkenkäferfichten schnell aus dem Wald zu bringen. Das bayernweit gesunkene Angebot wird auch durch Borkenkäferholz aus Oberfranken gedeckt“, so Schmidt abschließend. Ausführliche Informationen findet man auf der Internetseite des AELF Kulmbach. red