Das Werkeln, Tauschen und Reparieren ist zum weltweiten Trend geworden, betonte Sarah Sonanini. Die Mitwitzer Grünen hatten wieder in die Alte Schule zu ihrem Reparaturcafé eingeladen, diesmal unter dem Aspekt „Holz“. Es konnten Holzteile zum Reparieren mitgebracht werden.

Heidemarie Drechsler hatte eine alte Spieluhr vorbeigebracht, die sich nicht mehr bewegte. Peter Tyart, eigentlich Töpfermeister, schaute sich das Laufwerk an. Dort gab es Verdickungen, die entfernt wurden, und ein Tropfen guten Öls machte alles wieder gangbar.

Es wurde aber auch gewerkelt. Eine Viertelstunde dauerte es, bis kostengünstig ein kleiner „Biertisch“ nach Plan des italienischen Designers Enzo Mari fertig montiert war. Mari schrieb ein Buch mit Anleitungen für einfache Möbelstücke, die er zur Verfügung stellte. Der italienische Designer war berühmt-berüchtigt. In mehr als 50 Jahren hatte er eine große Bandbreite von Objekten erschaffen. Mari verkündete, dass es die wichtigste Aufgabe eines Designers sei, praktische Lösungen zu schaffen, die das Leben der Menschen verbessern.

Nächstes Projekt war ein Hocker nach Vorbild des Schweizer Architekten Max Bill. Der „Ulmer Hocker“ ist leicht, beweglich und robust. Das war schon etwas anspruchsvoller. Hier halfen Sarah Sonanini, Wolfgang Gollub, Bianca Bischof, Matthias Rudolph, Willi Schindler und Hans-Werner Lang zusammen. Und auch der „Mimetzer Hocker“ wurde fertig.

Pädagogischer Aspekt

Ziel dieser immer mehr werdenden Reparaturcafés ist es, Müll zu vermeiden und zu vermitteln, dass es einfacher ist als gedacht, vermeintlich unbrauchbar gewordene Gegenstände zu reparieren und länger zu verwenden. Dabei werden Rohstoffe und Energie gespart. Bei größeren Reparaturen könnte professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden, die ihren Preis wert ist. Insgesamt gilt für die Reparaturcafés ein Hoch auf das Handwerk. rg