Der Markt Pressig ist eine der 13 ausgewählten „Starterkit-Kommunen“ Oberfrankens des Blühpakts Bayern. Eine Jury hat die Marktgemeinde für den Start des Projektes ausgewählt.

Bayernweit hatten sich 256 Kommunen beim Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz um eine Teilnahme am Blühpakt Bayern beworben, davon allein in Oberfranken 40 Kommunen aus allen Landkreisen. Die ausgewählten Kommunen erhalten eine Starthilfe von 5000 Euro sowie Beratungsleistungen.

Mit dem Projekt „Starterkit –

100 blühende Kommunen“ soll flächendeckend ein Anstoß gegeben werden, kommunale Grünflächen naturnah und insektenfreundlich zu gestalten. Für den Markt Pressig gebe es aktuell neun Areale mit einer Gesamtfläche von über 11.000 Quadratmetern, informiert Bürgermeister Stefan Heinlein.

Die Auswahl der 13 oberfränkischen Kommunen erfolgte nach Bewertung einer Jury in Abstimmung mit dem bayerischen Umweltministerium anhand der Kriterien Qualität des Blühprojekts, naturschutzfachliche Eignung und Entwicklungspotenzial. Gemeinsam mit der durch den Bayerischen Naturschutzfonds, den Naturpark Frankenwald und die Ökologische Bildungsstätte Oberfranken geförderten Gebietsbetreuerin im Naturpark Frankenwald, Anna Bergmann , wurden gemeindliche Flächen ausgewählt, welche schrittweise in eine ökologische Pflege überführt werden sollen. Dies findet in Zusammenarbeit mit dem Team des Bauhofes statt.

Fachlich begleitet werden die Kommunen durch die Blühpakt-Beraterin der Bezirksregierung von Oberfranken , Jana Ernst. Sie soll den Kommunen bei der Aufwertung, Gestaltung und Pflege insektenfreundlicher Lebensräume naturschutzfachlich zur Seite stehen.

Kampf gegen Insektensterben

Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz investiert insgesamt eine halbe Million Euro für die Unterstützung der 100 ausgewählten Kommunen für die Anlage und Aufwertung von Blüh- und Streuobstwiesen, Wildstaudenflächen, blühenden Straßenrändern und Hecken sowie Dach- und Fassadenbegrünung. Ziel des Projektes ist eine Trendumkehr des massiven Insektensterbens in den letzten Jahrzehnten. Dies gelinge nur, wenn neue Lebensräume mit Futterquellen, Brut- und Überwinterungsstätten für heimische Wildbienen, Käfer, Schmetterlinge & Co. angelegt und langfristig bewahrt werden.

„Unser Markt Pressig hat mit seinen zahlreichen Flächen eine herausragende Stellung, da gezielte Maßnahmen für den Insektenschutz in Parkanlagen bis hin zu Straßenrändern umgesetzt werden können. Ob im Naturbad, an unseren Hochbehältern oder in unseren Wasserschutzgebieten, dort ist Potenzial, um Lebensräume für zahlreiche heimische Insekten zu schaffen“, sagt Rathauschef Heinlein.

Sicherlich werde es auch kritische Stimmen aus der Bevölkerung geben; das veränderte und vermeintlich „unordentliche“ Erscheinungsbild der Grünanlagen und das Nichtmähen könne für Diskussionen sorgen. Darum wolle die Kommune die Bürger frühzeitig informieren und mit einbinden. Zudem starte der Markt Pressig ein Umweltbildungsprogramm in Kindergärten und Schule . Bauhof, Schule , Kindergärten und die Umweltpädagogin Dorothea Kurtz fertigen schon Insektenhotels. Diese werden die Kinder am 16. Juli an der geschützten Fläche im Naturbad Rothenkirchen präsentieren. eh