Trotz diverser Energiesparmaßnahmen ist der Gesamtverbrauch in den Liegenschaften des Landkreises 2017 gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen. Bei den Kosten fällt der Anstieg etwas höher aus. Die Ursachen dafür sind vielfältig und liegen größtenteils außerhalb des Einflussbereiches der Landkreisverwaltung, wie aus dem Energiebericht des Klimaschutzbeauftragen Robert Martin und der Diskussion darüber im Umweltausschuss des Kreistags hervorgeht.
Während der Stromverbrauch lediglich um 0,16 Prozent anstieg, erhöhten sich die Kosten dafür um 13,6 Prozent auf 247 000 Euro. Der Wärmeverbrauch erhöhte sich um 3,7 Prozent auf nunmehr gut vier Millionen Kilowattstunden, die Ausgaben dafür um 4,8 Prozent auf 242 000 Euro. Insgesamt musste der Landkreis für Strom, Wärme und Wasser mehr als 520 000 Euro bezahlen (+7,6 Prozent).
Größter Kostentreiber beim Strom war eine formale Änderung durch den Netzbetreiber, die Stadtwerke Bamberg. Wie Martin ausführte, hätten diese den Kunden Landratsamt 2017 statt wie bisher dem Mittelspannungsnetz und dem Niederspannungsnetz zugeordnet. Dadurch habe sich das Netzentgelt annähernd vervierfacht, nämlich von 0,38 auf 1,7 Cent je Kilowattstunde - was insgesamt fast 9000 Euro an Mehrkosten verursacht habe.
Als Stromfresser benannte Martin insbesondere die vielen Computer. In der Vergangenheit hatten auch die modernen Heizungs- und Lüftungssteuerungen zu Mehrverbrauch beim Strom geführt, im Gegenzug aber den Wärmeenergieverbrauch gesenkt. Weniger Strom wird durch die inzwischen fast überall installierten LED-Leuchten benötigt, so dass insgesamt die Menge des verbrauchten Stroms fast konstant blieb. Sie liegt auch deutlich unter der der Jahre vor 2016. So wurden zum Beispiel 2014 in den Liegenschaften des Landkreises noch gut 100 000 Kilowattstunden mehr verbraucht.


Ein Klimaschutzziel erreicht

Zudem bezieht der Landkreis seit 2015 Ökostrom, der Verbrauch gilt also als CO2 -neutral. Auf Nachfrage von Ralph Behr (Grüne) versicherte der Klimaschutzbeauftragte, dass Ökostrom nach der höchsten Zertifizierungsstufe bezogen wird, für die auch Neuinvestitionen in erneuerbare Energien verlangt wird. Durch die Null-Emission beim Strom hat der Landkreis auch schon eines der Ziele der Klimaallianz Bamberg für das Jahr 2020 erreicht. 30 Prozent weniger CO2- Emissionen heißt das Ziel aus dem Jahr 2008.
Inzwischen haben die Landkreisliegenschaften - Strom und Wärme zusammengerechnet - die Menge schon um mehr als 40 Prozent reduziert. Rechnet man die eigenen Photovoltaikanlagen dazu, etwa auf dem Kreisbauhof in Memmelsdorf oder den Realschulen Hirschaid und Ebrach, sind es sogar schon über 50 Prozent.
Der Entwicklung beim Stromverbrauch steht ein kontinuierlicher Anstieg des Wärmeverbrauchs in den vergangenen vier Jahren gegenüber. Martin führt das vor allem darauf zurück, dass durch die Erweiterung der Realschulen mehr und größere Räume beheizt werden müssen. So sei etwa die Realschule Ebrach von 6000 auf 10 000 Quadratmeter erweitert worden. Auch die Baustelle an der Realschule Scheßlitz habe zu erhöhtem Wärmeverbrauch geführt.
Das große Sorgenkind ist jedoch das Landratsamt. Denn während etwa in den Realschulen Ebrach, Hirschaid und Scheßlitz erneuerbare Energien für Wärme sorgen, wird das Landratsamt mit Fernwärme aus Gas beheizt. Der Kessel dazu steht im benachbarten ehemaligen Postgebäude und wird von den Stadtwerken Bamberg betrieben. Der Liefervertrag wurde zum 1. Januar 2013 abgeschlossen und hat eine Laufzeit von zehn Jahren.


Nachholbedarf beim Landratsamt

Überlegungen für die Zeit danach gibt es schon. So könnte das Landratsamt möglicherweise ein eigenes Blockheizkraftwerk erhalten. Geprüft wird laut Martin auch die Möglichkeit einer Photovoltaikanlage zur Eigenstromversorgung. Bei einem möglichen Standort auf dem Parkdeck bereite jedoch die Statik Probleme, und eine verkleinerte PV-Anlage würde sich nicht rechnen, so Martin. Das Dach des Landratsamtes müsse erst noch auf seine Eignung überprüft werden. Insgesamt biete das Landratsamt das größte Energiesparpotenzial, lautete Martins Fazit.