Die Spielgeräte auf dem künftigen Spielplatz an der Kulturhalle in Witzmannsberg sollen in ihrer Grundstruktur aus Holz sein, aber auch innovative Spielgeräte aus Metall sind möglich. Damit konnte sich der Gemeinderat Ahorn in seiner Sitzung am Dienstagabend auf einen Kompromiss einigen. Immerhin steht dafür ein stolzes Budget von 117 000 Euro zur Verfügung.

So ein "Schweinedebakel" wie im Januar jedenfalls wollte Bürgermeister Martin Finzel nicht noch einmal erleben. Nachdem das Planungsbüro bereits im November vergangenen Jahres einen Spielplatzentwurf eingebracht hatte, der allerdings an den Kosten der Umsetzung scheiterte, hatten sich ein paar Wochen später die Gemüter am Spiel-Schwein erhitzt. Eigentlich ein lustiges und wohl auch in der Region einmaliges Monstrum an Spielgerät, aber eben nur eines, wie unter anderem Nicole Dejosez kritisiert hatte.

Zwei Varianten möglich

Nun wollte der Bürgermeister den weiteren Planungen Richtung geben und legte zwei Varianten vor - Variante A: "Mal was anderes" oder Variante B: "Naturspiel". Wie es sich in der Diskussion zeigte, schließt aber eines das andere nicht aus.

Insgesamt stehen für die Gestaltung des Außenbereiches rund um die Kulturhalle mit Wegen, Sitzgelegenheiten, Fallschutz und Spielbereich 200 000 Euro zur Verfügung. Gefördert wird das Vorhaben zu 70 Prozent vom Amt für ländliche Entwicklung Oberfranken. Im Vorfeld der Sitzung war der Bauausschuss auf Spielplätzen in der Region unterwegs gewesen und hatte sich dort weitere Anregungen geholt.

Während die circa 70 000 Euro für die Anlage des Geländes feststehen, kann die verbleibende Summe noch frei eingesetzt werden - klassisch oder innovativ. Auf der einen Seite heißt "Mal was anderes" auch etwas Besonderes, das sich von anderen Spielplätzen abhebt. Und der Spielplatz in Witzmannsberg, darin war man sich einig, soll schon etwas Besonderes sein. Das meinten Matthias Aust, Wolfgang Beyer oder auch Michael Rosenbusch, während Alexander Zech, Hubert Becker, Rainer Scholz, Frank Haug oder Julia Griebel für Holz plädierten. Marcel Trost meint, die Holzvariante passe besser ins Gelände, aber der Spielplatz müsse schon etwas besonderes vorweisen. Die Unterhaltungskosten wurden diskutiert, und die Garantie von 20 Jahren auf Holzspielgeräte lag da gut in der Waagschale.

Kinder sollen mitentscheiden

Nicole Dejosez äußerte einmal mehr, dass viele kleinere Spielgeräte besser als ein großes seien, regte aber an, die Kinder in die Entscheidung miteinzubeziehen. "Warum nicht?", meinte Finzel, wenn es um die Auswahl einzelner Spielgeräte geht, aber zunächst müsse der Gemeinderat sich erst in eine Richtung positionieren. Die vorgestellten Spielgeräte fanden durchaus Akzeptanz, aber so richtig zwischen Holz oder Metall wollte sich keiner entscheiden. Also gab es einen Kompromiss: Holzspielgräte mit innovativer Ergänzung aus Metall. In der Septembersitzung soll der Gemeinderat in die Detailplanung gehen.

Haushalt wurde geändert

Ohne viel Aufhebens hat der Gemeinderat noch einmal den Haushalt nebst Haushaltssatzung 2020 verändert. Grundsätzlich sei das aber nur eine Formalie und am strategischen Ziel ändere sich nichts, erklärte Bürgermeister Finzel. Da aber Kommunalwahl und Corona-Pandemie eine Beschlussfassung erst im Mai möglich gemacht hätten, könnten Maßnahmen, wie das Zentraldepot am Gerätemuseum, das neue Fahrzeug für die Feuerwehr Ahorn und der Umbau des Rathauses, voraussichtlich zu großen Teilen erst im kommenden Jahr umgesetzt werden.

Planungskosten sind im aktuellen Haushaltsplan vorgesehen, die Umsetzung wird per Verpflichtungsermächtigung für das Jahr 2021 festgeschrieben. Letztere belaufen sich auf eine Summe von 979 500 Euro. Auch der Wirtschaftsplan der Gemeindewerke wurde angepasst und um die Anschaffung von Pumpen in Höhe von 40 000 Euro erweitert.