Direkt vom Flughafen Düsseldorf kam Wazhma in der Nacht vom 15. Februar in die Juraklinik Scheßlitz. Im Vorfeld hatten sich die Geschäftsführung, Udo Kunzmann und Chefarzt Dr. Biedermann erneut bereit erklärt, das elfjährige Mädchen aus der Provinz Baglan im Norden Afghanistans in Kooperation mit der Kinderhilfsorganisation Friedensdorf International zu behandeln.
Die kleine Gastpatientin ist inzwischen das zwölfte Kind, das in Scheßlitz unentgeltlich behandelt wird. Seit 30 Jahren fliegt die Kinderhilfsorganisation Friedensdorf International zweimal jährlich in das von Kriegen und Krisen gebeutelte Land, um Kindern, denen in ihrer Heimat nicht geholfen werden kann, eine medizinische Behandlung in Deutschland zu ermöglichen.


Bei Mopedunfall schwer verletzt

Vor zwei Jahren erlitt Wazhma aufgrund eines Mopedunfalls einen Bruch des Oberschenkels. Zwei Operationen in ihrer Heimat brachten nicht den gewünschten Erfolg. So brachte ihre Mutter sie nach Kabul zum Afghanischen Roten Halbmond, der Partnerorganisation des Friedensdorfes, und stellte sie dort vor.
Die im Oberschenkel eingebrachte Platte war ausgerissen und infektionsbedingt bestanden Defekte des Knochens mit massiver Fehlstellung des Beines. In mehreren Operationen konnte die Infektion zur Ausheilung gebracht und der Knochen rekonstruiert und stabilisiert werden.
Neben dem Krankenhauspersonal kümmerten sich ehrenamtliche Betreuerinnen des Friedensdorfes um die Patientin, die sich schnell in der Juraklinik eingelebt hat. Ganz nebenbei hat Wazhma Deutsch gelernt und kann sich inzwischen gut auf "Oberfränkisch" verständigen.
Nach abgeschlossener stationärer Behandlung kam das Mädchen zurück ins Friedensdorf nach Oberhausen (NRW), dort erhält sie nun die notwendige Physiotherapie und erholt sich bei Spaß und Spiel mit circa 200 Kindern aus neun Nationen, bis sie im Sommer wieder nach Afghanistan zurückkehren wird. Dort wird sie schon sehnlichst von ihrer Mutter und acht Geschwistern erwartet.
Friedensdorf International sucht derzeit dringend Krankenhäuser wie die Juraklinik in Scheßlitz, die sich vorstellen können, ein Kind aus Kriegs- und Krisengebieten auf eigene Kosten zu behandeln.
Finanziert wird diese Arbeit nahezu aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen - die Organisation ist als mildtätig anerkannt und trägt das DZI-Spendensiegel. Helfen kann man mit einer Überwesiung auf das Spendenkonto: Stadtsparkasse Oberhausen IBAN DE59 3655 0000 0000 1024 00. red