Volles Haus herrschte am Samstag anlässlich eines Namibiaabends im Dorfgemeinschaftshaus in Segnitz. Kulturreferentin Elke Breucker konnte dabei neben den zahlreichen Besuchern die Vortragenden Winfried Adolf, Walter Moritz und Dr. Josef Röll begrüßen. Winfried Adolf entführte eingangs auf eine Reise über 300.000 Jahre Südwestafrika-Namibia. Er spannte dabei den Bogen von den steinzeitlichen Buschmännern zur Einwanderung der Ovambos, Hereros und Namas sowie der Abenteurer, Entdecker und Jäger vom 16. bis 18. Jahrhundert, über die Zeit der Missionare im 19. Jahrhundert zum deutschen Schutzgebiet Deutsch-Südwestafrika zwischen 1884 und 1915, das südafrikanische Mandatsgebiet Südwestafrika nach dem Ersten Weltkrieg bis zur Unabhängigkeit und zur Gründung des Staates Namibia im Jahr 1990.
Der ehemalige Missionar in Südwestafrika Pastor Walter Moritz führte anschließend in die Sprache der eingeborenen Namaquas ein, die von dem in Segnitz geborenen Missionar Johann Georg Krönlein im 19. Jahrhundert erforscht und publiziert wurde. Mit einigen Kostproben der schwer zu erlernenden Sprache Namaqua oder Khoekhoegowab mit den vier verschiedenen Klicklauten erntete auch Moritz sehr großen Beifall.
Dr. Josef Röll vom Verlag JH Röll aus Dettelbach stellte dann das Buch "Deutsch-Südwestafrika - Otyimbinque und der erste Poststempel", das von Winfried Adolf verfasst wurde, vor. Das Buch befasst sich neben einer landesgeschichtlichen Einführung mit der Gründung der ersten Poststation in Otyimbinque durch das Deutsche Reich im Jahr 1888 und der weitere Postgeschichte des Landes.
Zum Abschluss des Vortragsabends eröffnete Winfried Adolf seine Ausstellung "Namibia – eine etwas andere Reise durch die Geschichte eines Landes". 30 Ausstellungstafeln bieten die Möglichkeit anhand von Bildern, Erläuterungstexten, Briefen aus der Kolonialzeit und Briefmarken aus der südwestafrikanischen Zeit und aktuell aus dem Staat Namibia auf die Reise durch die Geschichte des "Landes des Sandes und der Sonne" zu gehen. Die Ausstellung ist noch am 14. und am 21. Mai jeweils von 14 bis 17 Uhr im Mehrzweckraum des Museums Segeum an der Sulzfelder Straße in Segnitz zu sehen.
Von: Norbert Bischoff (Pressewart, Museum Segeum Segnitz)