Raus aus dem Klassenzimmer und rein in die Weisach hieß es am Mittwochmorgen für die vierten Klassen der Veit-vom-Berg-Schule Uehlfeld. Aber nicht etwa, weil sich die Kinder bei den aktuellen Temperaturen Abkühlung wünschen, sondern vielmehr aus Forschungszwecken.
Schon vor einigen Jahren hat der Bezirk Mittelfranken gemeinsam mit der Fachberatung für Fischereiwesen das Projekt ins Leben gerufen, um Kindern Unterricht zum Anfassen zu ermöglichen: "Es geht darum, den Kindern den Lebensraum unterhalb des Wassers zu zeigen", erklärt Christian Förster, der das Projekt leitete. Oft, so Förster, höre die Naturbeobachtung an der Wasseroberfläche auf, was sehr schade sei.
Gestartet wurde das Projekt, als die Gemeinde damit anfing, die Weisach wieder zu renaturieren und somit wieder neue Fischarten auszusetzen. "Den Erfolg der Renaturierung hat man vor allem im zweiten Jahr gesehen", so Förster. Aktuell leben in der Weisach rund zehn bis 15 Fischarten. Um den Kindern aber auch möglichst viele davon zeigen zu können, durften sie selbst auf die Suche unter Wasser gehen, um Tiere zu sammeln. Larven, Bachflohkrebse und Stichlinge haben die kleinen gefunden, die sichtlich Spaß an der Veranstaltung hatten. Auch sogenannte "Indikatortiere" waren bei ihren Fängen dabei: "Je nachdem, welchen Fisch man findet, lässt sich die Wasserqualität bestimmen", erklärt Förster den Kindern. In der Weisach scheint laut den Fischen also eine recht gute Wasserqualität zu herrschen.
Höhepunkt des Ausfluges waren aber sicherlich die zehn Edelkrebse, die Christian Förster mitbrachte, um sie in der Weisach wieder auszusetzen. Das nachtaktive Tier hat zehn Beine, davon zwei Scheren und wird 20 bis 25 Jahre alt. Die Weisach kann sich also auf einen neuen dauerhaften Gast freuen.
Und der Erfolg des Ausflugs? Der zeigte sich am anschließenden Rätsel, das die Viertklässler ausfüllen mussten, und vor allem an ihren strahlenden Gesichtern. Bei so einer Aktion im Freien sei viel mehr Action, Freude und Motivation bei den Kindern zu beobachten, sagt Lehrerin Doris Loskarn: "Wenn man Sachen in der Natur sieht, bleiben sie besser im Gedächtnis."
Soweit der Lehrplan es zulässt, besucht sie deshalb mit ihrer Klasse möglichst häufig außerschulische Einrichtungen. Den Kindern jedenfalls hat's sichtlich gefallen.
Yannick Hupfer