Gleich drei Europaabgeordnete waren bei der Delegiertenkonferenz der Unterfranken-SPD im Naturfreundehaus Schweinfurt dabei. Die rund 100 Delegierten nominierten mit 94 Prozent ihre derzeitige Europaabgeordnete Kerstin Westphal aus Schweinfurt als Kandidatin für die Europawahl 2019, die sich souverän und erwartungsgemäß gegen Wilfried Oelmann aus Aschaffenburg durchsetzte.
Mit Udo Bullmann hatten die Genossinnen und Genossen einen der führenden deutschen Sozialdemokraten zu Gast. Er führt die sozialdemokratische Fraktion im Europaparlament und ist dort ein Mann der klaren Worte. Das wurde auch in Schweinfurt schnell deutlich und er traf damit sofort einen Nerv. Mit dabei war außerdem Constanze Krehl, EU-Parlamentarierin aus Sachsen, die sich in Franken verschiedene EU-geförderte Projekte angesehen hatte und einen Stopp in Schweinfurt einlegte.
"Wir sind seit über 150 Jahren die Europapartei, wir müssen uns vor niemandem verstecken, sondern unsere Werte von Demokratie und Freiheit lautstark vertreten", rief Bullmann den Delegierten entgegen, und mahnte zu mehr Selbstbewusstsein. "Wir haben immer gegen Nationalisten und Rechte angekämpft und gegen die Macht von Großkonzernen", gab sich Bullmann kämpferisch.
Kerstin Westphal unterstrich in ihrer Rede an die Delegierten die vielen Vorteile der Europäische Union. "Das berührt uns meistens unbewusst, aber dennoch jeden einzelnen Tag: beim Einkaufen im Supermarkt oder im Internet, kein Roaming mehr beim Telefonieren, freie Fahrt bei der Urlaubsreise in Europa, Sicherheit bei eingeführten Waren, beim Schutz unserer Verbraucherrechte - überall hat die EU den Menschen Verbesserungen gebracht", betonte Westphal. Die Schweinfurterin hielt ein Plädoyer für ein sozialeres Europa, das sich um die Menschen kümmert, die Jugendarbeitslosigkeit bekämpft und niemanden zurücklässt, für Chancengleichheit und Solidarität, gleiche Löhne für gleiche Arbeit am gleichen Ort.
Die Bayern-SPD hat die kommende Landtagswahl im Oktober zu einer Abstimmung über die Zukunft Europas gemacht. Deshalb gingen alle Redner hart ins Gericht mit der bayerischen CSU. "Wir schämen uns für das, was auf dem Rücken der Flüchtenden ausgetragen wird. Das ist nicht unsere Idee von Europa", sagte Bullmann.


Ergebnisse

Die Erlenbacherin Helga Raab-Wasse, Bezirkstagskandidatin für Miltenberg, setzte sich bei den Delegierten als sogenannte "Huckepack-Kandidatin" der Europaabgeordneten gegen Anna Strvtecky, Baris Yüksel und Lara Albert durch.
Als Delegierte zur Bundes-Europakonferenz am 9. Dezember, bei der die Europaliste verabschiedet wird, bekamen neben Kerstin Westphal die stellvertretende Vorsitzende der Bayern-SPD, Marietta Eder, und René van Eckert, der Landtagskandidat für Haßberge-Rhön/Grabfeld, das Vertrauen der Delegierten.