Die letzten Wochen haben neue Sichten gebracht auf die mittel- und langfristige Funktion der 120 Jahre alten Spitalbrücke über die Kronach zur Innenstadt. Ich appelliere an die Entscheider, sich verantwortungsvoll für Lösungen einzusetzen, die die vorhersehbaren gesellschaftlichen Ansprüche kommender Jahrzehnte erfüllen.Welches sind dafür die Schlüssel-Parameter?

Stadtbild: Die Spitalbrücke ist ein Tor zur Innenstadt. Die beiden mächtigen Kastanienbäume prägen diesen Eingang, sie müssen erhalten bleiben. Kraftfahrzeuge sind und bleiben in einem historischen Stadtbild Fremdkörper.

Innenstadt: Die Innenstadt ist der Raum für Kronachs Bürger und für Besucher. Sie soll zum Flanieren einladen, zum Einkaufen zu Fuß. Kraftfahrzeuge (bis 40 Tonnen?) würden dieses Klima zerstören . Die Innenstadt als Querverbindungs-Autotrasse auszuweisen (Rodacher Straße bis Landratsamt), wäre grober Missbrauch. Der Durchgangsverkehr gehört auf die Umgehung (Südkreisel, Bamberger Straße, Nordbrücke).

Verkehrskonzept: Zwischen den beiden Kastanienbäumen kann die Spitalbrücke nicht so breit werden wie bisher geplant, sie muss bescheidener ausfallen. Kraftfahrzeuge müssen weitestgehend draußengehalten werden. Die Spitalbrücke samt Innenstadt kann den Bürgern gewidmet sein, die zu Fuß oder mit dem Rad kommen. Lieferverkehr ist zeitweise zugelassen. Der Stadtbus verbindet eng getaktet die Innenstadt mit den umliegenden Parkplätzen und dem Parkhaus. Ohnehin wird die Verkehrswende mittelfristig viele Privatautos überflüssig machen.

Wie kann man Größeres einkaufen und nach Hause bringen? Manches Zuhause ist nur mit dem Auto erreichbar. Mit dem Stadtbus ist Pendeln zwischen Parkplatz und Innenstadt einfach. Die Geschäfte bieten auch Warentransport zum Auto an, z.B. mit Lastenfahrrad-Kurieren. E-Lastenfahrräder kann man im Parkhaus und an Innenstadt-Stationen privat mieten. Geschäfte beginnen auch, die eingekaufte Ware ganz nach Hause zu liefern. Dann wird Einkaufen zum unbeschwerten Genuss.

Hinrich Ruyter,

Kronach