JOhannes SChlereth Die Kommune am Fuße der Schwarzen Berge ist vom demographischen Wandel gleich doppelt geplagt. Wegzüge führen zu einem Bevölkerungsrückgang. Nur wenige, die den Markt Burkardroth verlassen, kehren zurück. In Todesfällen bleiben unbebaute Grundstücke oder leerstehende Häuser als Erbmasse zurück. Viele Erben wissen mit den Gebäuden oder Flächen nur wenig anzufangen, wohnen sie doch oft berufsbedingt nicht in direkter Nähe. Der Markt Burkardroth hat einen Weg gefunden, mit der Problematik umzugehen.

Daniel Wehner (CSU), Bürgermeister der Kommune, sagt: "In fast allen Orten - Waldfenster mal ausgenommen - gibt es nur wenige Gebäude, die leerstehen." Denn: "Bei uns in den Ortschaften ist eigentlich alles was leerstand, gut und schnell verkauft worden." Die neuen Besitzer werden dann aktiv. Als Hilfe erweist sich dabei das Revitalisierungsprogramm für die Altorte. Zuschüsse und sowohl energetische als auch architektonische Beratungen seitens der Kommune helfen den Bauherren dabei, aus dem Leerstand ihr persönliches Haus zu bauen.

Das kommt an: "Es läuft ganz gut. Derzeit haben wir etwa 70 solcher Projekte, von denen die meisten fertig sind", bilanziert Wehner.

Doch es gibt noch andere Wege. Manche Erben träten teilweise mit Verkaufsangeboten sogar an die Verwaltung der Kommune heran. Denn manchmal gibt es noch einen anderen Weg: "Wenn wir uns ein Konzept für ein Areal überlegt haben, wo wir etwas machen möchten, gehen wir auf die Erben zu und bieten ihnen an, dass wir das Gebäude kaufen würden", sagt der Rathauschef. Das Problem daran: "Sobald der Bürger merkt, dass die Gemeinde das Gebäude will, steigen plötzlich die Preise."

Handhabe bei langfristigen Leerständen hat die Kommune dennoch. "Im Prinzip können wir theoretisch solche Gebäude kaufen", sagt Wehner. Im nächsten Schritt muss die Fläche dann bereinigt werden.

Pläne für die Zukunft

Das heißt: Der Bagger reißt das leerstehende Gebäude dann ab und das Grundstück wird den Einwohnern der Kommune beispielsweise als Bauland zur Verfügung gestellt. Ein Beispiel für ein solches Areal ist die in der Waldfensterer Ortsmitte gelegene "Insel". Aber: "Das ist ein Vorhaben für die Zukunft und nicht für heute und morgen", meint Wehner. Der Abriss eines Leerstandes muss jedoch nicht zwangsläufig der Fall sein. Wehner hegt die Vision, dass im Markt Burkardroth leerstehende Gebäude - beispielsweise von Privatiers - saniert werden, um kleinräumigen Miet-Wohnraum zu schaffen. Im Fokus stehen dabei nicht nur junge Leute oder Pärchen, die auf der Suche nach der ersten eigenen Wohnung sind. Wehner denkt hierbei unter anderem an Senioren, denen ihr eigenes Haus zu groß geworden ist.