Traurige Stimmung herrschte dieser Tage in den beiden großen Palästen am Domberg. Baptist Ruß, seit Jahrzehnten für die Schloss- und Gartenverwaltung Bamberg tätiger Kastellan und Stellvertreter des Amtsvorstands, wurde am 24. Juni in die Pension verabschiedet. Coronabedingt würdigte Amtsvorstand Bernhard Schneider den seit 1981 in der Neuen Residenz am Domplatz tätigen Beamten in kleiner Runde für seine langjährigen Verdienste: "Es war stets eine Freude, mit Herrn Ruß zusammenzuarbeiten, der seine Tätigkeit über die reinen Verwaltungsaufgaben auch als echte Berufung sah und ausübte."

Ihm sei dabei seine Empathie und auch sein handwerkliches Geschick zugutegekommen. Für die Schlossführer, die Gärtner und die Verwaltungskräfte sei er stets ein Ansprechpartner mit offenem Ohr gewesen, der sich der Sorgen und der an ihn herangetragenen Ideen gegenüber stets aufgeschlossen gezeigt habe.

Der Amtsvorstand blickte mit einem gewissen Stolz auf über dreißig Jahre gemeinsamer Arbeit mit dem Kastellan für die Schloss- und Gartenverwaltung Bamberg zurück, die zu einem Prunkstück im Kulturangebot Bambergs geworden sei.

Der 1954 geborene Ruß absolvierte eine kaufmännische Ausbildung und wechselte 1981 von einem großen Handelskonzern für Autozubehör und Werkstatteinrichtung in den Staatsdienst, wo er zunächst als Schlossführer in der Neuen Residenz anfing. Ab 1984 wurde er Kastellan der Neuen Residenz und kurze Zeit später auch Stellvertreter des Amtsvorstands für die von Bamberg aus verwaltete Burg Lauenstein in Ludwigstadt.

Ruß war als personifizierte Schnittstelle in der Residenz zwischen ausführenden Firmen, der Bayerischen Schlösserverwaltung und dem Staatlichen Bauamt Bamberg gefragter Partner in vielen Fachfragen von der Elektrifizierung bis hin zum Verbleib und zur korrekten Lagerung von Kunstgut in den Depots der Verwaltung. red