Das Bundeskartellamt braucht mehr Zeit, um die Zerschlagung der SB-Warenhauskette Real unter die Lupe zu nehmen. Die Bonner Behörde teilte am Donnerstag mit, dass eine vertiefte Prüfung zum Verkauf von 72 Standorten an Edeka eingeleitet worden sei. Es seien weitere Ermittlungen zu den Absatz- und Beschaffungsmärkten erforderlich. Bei großen Übernahmen ist dieser Schritt üblich.

Im Lebensmittel-Einzelhandel gibt es Branchenriesen, deren Position nach der Real-Zerschlagung noch stärker sein dürfte als zuvor - so eine Marktkonzentration ist dem Kartellamt generell ein Dorn im Auge.

Spätestens am 21. Dezember will das Amt seine Entscheidung zum Edeka-Real-Kauf fällen, theoretisch könnte die Prüffrist noch einmal verlängert werden.

Die Metro hatte ihr Sorgenkind Real mit seinen rund 270 Märkten im Frühjahr an den russischen Finanzinvestor SCP verkauft, der die Zerschlagung zügig einleitete: Neben Edeka ist Kaufland ein weiterer Käufer, die Kette will 101 Real-Märkte übernehmen. Den Kaufland-Verkauf überprüft das Kartellamt in einem separaten Verfahren, was noch bis zum 9. November läuft. dpa