"Kampflos geben wir das Hallenbad nicht auf", machte Bürgermeister Stadelmann bei der Zeiler Bürgerversammlung eindeutig klar. Er betonte, dass er nach wie vor dazu stehe, diese wichtige Einrichtung zu erhalten. In der Vergangenheit habe man, dank stadteigener Fachleute, einiges selbst reparieren können. Aber nach 44 Jahren Betriebsdauer sei die Technik endgültig verbraucht. In den nächsten ein bis drei Jahren stünden Investitionen von etwa 700 000 Euro an.
"Wenn wir das investieren würden, und es kommt doch zu einer Schließung, wäre das Geld für die Katz'." Dementsprechend umsichtig möchte der Bürgermeister handeln, um so etwas zu vermeiden. Ausdrücklich betonte Stadelmann, dass niemand Angst haben brauche, dass das Hallenbad "heute oder morgen zusammenfällt". Es gehe bei den Mängeln in keiner Weise um die Sicherheit.
Die derzeitige Auslastung und damit die Besucherzahlen des Bades seien sehr gut: 40 000 bis 45 000 Besucher würden jährlich gezählt, davon alleine rund 24 000 private Einzelbesucher. Die restlichen Schwimmer kämen aus 47 Schulklassen der Grund- und Mittelschulen Zeil, Sand, Ebelsbach und Eltmann, des Sonderpädagogischen Förderzentrums Franz-Ludwig-von-Erthal-Schule Haßfurt sowie der Lebenshilfe Sylbach und Augsfeld. Aber auch zum Beispiel die Wasserwacht Sand/Zeil und andere Vereine nutzten das Hallenbad regelmäßig.


Kosten bis sieben Millionen Euro

Im Februar und März dieses Jahres wurden die Wohnorte der Einzelbesucher erfasst. Dabei stellte sich heraus, dass nur rund 30 Prozent aus Zeil stammten. 15 Prozent kamen aus Haßfurt, gefolgt von Sand, Eltmann, Knetzgau und Ebelsbach. Aber auch bei Einwohnern vieler anderer Landkreisgemeinden ist das Zeiler Hallenbad sehr beliebt, hieß es im Bürgerforum.
Egal ob es nun zu einer Generalsanierung oder sogar zu einem Neubau kommt - die Kosten dafür würden sich auf sechs bis sieben Millionen Euro belaufen, erfuhr Bürgermeister Stadelmann bei einer Anfrage in Städten mit einem ähnlichen Vorhaben. Es gebe zwar 80 Prozent Förderung, wenn über 40 Schulklassen das Hallenbad nutzen, aber die förderfähige Gesamtsumme sei auf 4,2 Millionen Euro begrenzt. Damit würde für die Stadt Zeil ein Eigenanteil von insgesamt 3,14 Millionen Euro übrig bleiben, wenn man Baukosten von 6,5 Millionen Euro zugrunde legt.


"Zusätzliche Förderung nötig"

"Wir benötigen eine zusätzliche Förderung, denn den Eigenanteil kann Zeil auf keinen Fall alleine stemmen", forderte Stadelmann. Dies beziehe sich auch auf die jährlichen Betriebskosten von etwa einer Viertelmillion Euro: "Auch hier müssen wir gemeinschaftlich eine Lösung finden."
Mit Julian Müller, Vorsitzender des Schwimmclubs Haßberge mit 310 Mitgliedern und Vorstandsmitglied sowohl beim Kreisverband Haßberge als auch bei den Ortsverbänden Sand und "Oberes Maintal" der Jungen Union, war noch ein Mitstreiter in Sachen Hallenbad-Erhaltung bei der Bürgerversammlung anwesend. Bürgermeister Thomas Stadelmann betonte, dass jeder Unterstützer gerne gesehen sei, egal welche Parteizugehörigkeit er hat. Denn schließlich gehe es um die Sache, "und da müssen wir alle zusammenhalten".
Julian Müller ist auch der Initiator der Online-Petition, die am Donnerstag aktuell schon 3150 Unterstützerunterschiften hatte. Der 23-Jährige stellte am Donnerstagabend im Göller-Saal die vier Stützpfeiler vor, mit denen das Hallenbad hoffentlich gerettet werden kann.
Der größte Posten sei die staatliche Unterstützung. Man müsse sich aber auch Gedanken darüber machen, die Gemeinden, die die Hauptnutzer des Bades sind, kostenmäßig mit ins Boot zu holen. Auch eine Beteiligung der Vereine sei denkbar. Hier nannte Müller das Beispiel, dass der Schwimmclub Haßberge an den Kosten der Haßfurter "Welle" beteiligt ist und im Gegenzug dafür kostenlose Schwimmstunden erhält. Als vierter Stützpfeiler solle auch Crowdfunding nicht unterschätzt werden. Dabei handelt es sich um eine Gruppenfinanzierung, also freiwillige Spenden von Unterstützern. Sicherlich sei das wahrscheinlich der kleinste Posten, aber jeder Euro zähle, sagte Müller.


Kinder geben 112,20 Euro

Das war das Stichwort für Bürgermeister Stadelmann, der stolz erzählte, dass er am Nachmittag vor der Bürgerversammlung in seinem Amtszimmer Besuch von sieben Kindern im Alter von vier bis acht Jahren hatte. Auch diese Buben und Mädchen wollen das Hallenbad nicht vermissen, denn sie besuchen es regelmäßig.Deshalb kam die Kindergruppe auf die Idee, auf dem Fußweg am Bach Limo an Spaziergänger zu verkaufen. Mit im Gepäck hatten die Kinder für den Bürgermeister stolze 112 Euro und 20 Cent, die sie freudig dem Stadtoberhaupt als ihren Beitrag zur Rettung des Hallenbades überreichten.
Auch die Vorsitzende des Hallenbad-Fördervereins, Petra Hohenberger, ergriff das Wort. Mit nur 44 Mitgliedern könne die Unterstützung des Vereins nur sehr gering ausfallen, aber die engagierte Frau warb gleichzeitig dafür, neue Fördermitglieder zu gewinnen. Der Jahresbeitrag betrage nur zwölf Euro. Mitgliedschaftsanträge seien an der Schwimmbadkasse zu erhalten, sagte sie.
Aus den Reihen der Bürger kamen auch zwei Wortmeldungen. Georg Brecht fragte, ob es einen "Plan B" gebe: "Was passiert mit dem Hallenbad, wenn es doch geschlossen werden muss?"
Bürgermeister Stadelmann erklärte, dass es noch keinen Plan zum genauen Vorgehen bei einer eventuellen Schließung gebe. Auf jeden Fall seien er und der Stadtrat dafür, die angrenzende Schulturnhalle zu erhalten. Es sei jetzt erst einmal abzuwarten, welche Fördermöglichkeiten es gibt. Für den 18. Mai sei dafür ein runder Tisch mit vielen Mandatsträgern der verschiedenen Parteien geplant.
Kurt Markert meldete sich auch zu Wort und lobte das Engagement von Julian Müller. Für Markert ist es unverständlich, dass für einen Nationalpark Steigerwald 18 Millionen Euro investiert werden würden. Für ihn sei das Geld besser bei dem Erhalt von Schwimmbädern aufgehoben, wie er darstellte.