Sie sind Sammelobjekte geworden, in jedem Fall aber auch Zeugnisse einer sich wandelnden Architektur: die Abrisskalender des Vereins Altstadtfreunde Coburg. Die zehnte Ausgabe ist fertig und wird heute ab 10 Uhr an einem Infostand am Rande des Marktplatzes vorgestellt und verkauft. Darüber hinaus ist sie im örtlichen Buchhandel erhältlich. Wie bei allen bisherigen Ausgaben hat Werner Minier die Fotos und Texte dafür ausgewählt und bearbeitet. Was ihn seit vielen Jahren motiviert, diese aufwendige Arbeit auf sich zu nehmen, beschreibt er so: "Neuerungen haben schon immer Althergebrachtes verdrängt. An vielen Stellen in Coburg hat jedoch das Stadtbild an Identität verloren. Beispiele dafür müssen dokumentiert werden." Dafür findet er auch in der zehnten Ausgabe des Kalenders zwölf Zeugnisse städtebaulicher Eingriffe. Manch repräsentatives Gebäude ist ganz verschwunden, andere wurden ersetzt durch neue, oft gesichtslose. Der Verbreiterung der Hinteren Kreuzgasse fiel das Geschäftshaus mit der Nummer 4 zum Opfer. Das Schmuckstück mit der aufwendig gestalteten Fassade wurde 1974 weggerissen. Durch seine Aufnahme in den Kalender der Altstadtfreunde geht zumindest die Erinnerung an dieses Kleinod nicht verloren. Das Bildmaterial und viele Informationen stammen, wie schon in den zurückliegenden Jahren, von Rupert Appeltshauser, Christian Boseckert, Gerhard Eckerlein sowie aus dem Staats- und Stadtarchiv.