Äußerlich sind Mario Mösch (29) aus Himmelkron und Ronny Peter (30) aus Unterbrücklein nicht zu verwechseln, dennoch gleichen sich ihre Lebensläufe auf geradezu faszinierende Art. Auf jeden Fall sind die beiden beste Freunde, da sind sie sich einig.

Die beiden kennen sich schon seit ihrer Schulzeit. "Wir waren am Caspar-Vischer-Gymnasium - in Parallelklassen", erzählt Mario Mösch. Irgendwann gingen sie dann mal zum Bowling - und ab diesem Tag entwickelte sich zwischen den jungen Männern eine Freundschaft der besonderen Art. Auf geradezu magische Weise treffen die beiden immer wieder aufeinander: beruflich und privat.

Erst Abi, dann Studium

"Wir haben in der Schulzeit gemerkt, dass wir beide die Bayern mögen, und manchmal zusammen die Spiele angeschaut und gefeiert", so Ronny Peter (30). In seinem Elternhaus in Unterbrücklein habe man für wichtige Spiele eigens einen FCB-Fankeller eingerichtet. Und wie sang doch Franz Beckenbauer einmal so treffend: "Gute Freunde kann niemand trennen." Als hätte er es gewusst.

Die beiden machten im selben Jahrgang Abitur und schrieben sich an der Universität in Bayreuth ein - für sehr ähnliche Studiengänge. Mario Mösch studierte Umwelt- und Bioingenieurwissenschaften, Ronny Peter Engineering Science. "Ich habe Ende März mein Diplom gemacht", erzählt Mösch. Einen Monat später hatte auch Peter seinen Master in der Tasche.

Obwohl die Studienfächer unterschiedlich waren, besuchten sie viele Vorlesungen gemeinsam. Und auch ihre Abschlussnote war gleichermaßen hervorragend: Beide erzielten einen Durchschnitt von 1,5.

Nach der Uni entschieden sich Mario Mösch und Ronny Peter, an der Uni eine berufliche Laufbahn einzuschlagen und den Doktorgrad zu erwerben. Da sich die Forschungsfelder deutlich unterschieden, bekamen tatsächlich beide die Chance weiterzumachen.

Mario Mösch untersuchte, wie man aus natürlich vorkommenden Vibrationen Energie gewinnen und beispielsweise Knopfzellen überflüssig machen könnte.

Beim Forschungsprojekt von Ronny Peter ging es um die berührungslose und zerstörungsfreie Überwachung von chemischen Prozessen, die beispielsweise bei der Messung von Abgasen hilft.

Ein Büro geteilt

Während der Doktorandenlaufbahn teilten sich die zwei ein Büro. "Es war natürlich schon ein Riesenglück, dass wir beide die Möglichkeit bekommen haben, den Doktor zu machen", sagt Ronny Peter. Jetzt stehen sie wieder vor der Zukunftsplanung. "Wahrscheinlich gehen wir jetzt erst einmal beruflich getrennte Wege. Aber ob das immer so ist, weiß ich nicht. Ich bleibe erst mal am Lehrstuhl und mache meine Habilitation", erzählt Ronny Peter.

"Ich wäre auch geblieben, wenn ich eine akademische Ratsstelle bekommen hätte oder eine Verbeamtung. Aber jetzt gehe ich in die Wirtschaft", hat sich Mario Mösch vorgenommen, schließt aber nicht aus, dass die Freunde auch beruflich irgendwann wieder gemeinsame Sache machen.

Auch Freuen sind befreundet

Wahrscheinlich ist dies, denn auch die Frauen der beiden Freunde kennen sich schon ewig. Ronny Peter kennt seine heutige Ehefrau schon seit Schulzeiten. 2019 hat er seine Carolin geheiratet. Deren beste Freundin ist inzwischen die Ehefrau von Mario Mösch. "Irgendwann haben wir Mario Cornelia vorgestellt. Das war beim Altstadtfest. Und beim Bierfest waren die beiden dann schon offiziell ein Paar", lacht Ronny Peter.

Die Frauen allerdings haben beruflich nicht das Geringste gemein: Denn Mario Möschs Ehefrau ist Steuerfachangestellte in Bamberg, Ronny Peters Gattin absolviert gerade an der Grundschule in Marktleugast ein Referendariat.

Auf jeden Fall wollen beide auch in Zukunft miteinander verbunden bleiben. Mario Mösch lebt inzwischen mit seiner Frau in Hollfeld, Ronny Peter hat sich in Kasendorf niedergelassen.

Doch in einem Punkt sind sie sich nach wie vor einig: Sie wollen beste Freunde bleiben.