Die Veranstaltungsbranche darbt und steht nach eigener Mitteilung infolge der Corona-Pandemie vor dem Exitus. In Coburg haben das am Montagabend nur wenige Menschen bemerkt. Die "Night of Light", der optische Hilferuf der Bühnenbauer, Licht- und Tontechniker, Caterer, Veranstalter und Messebauer ging auf dem Schlossplatz nahezu ohne Publikum vonstatten. Etwas mehr als ein Dutzend Menschen waren gekommen und vielleicht nochmals so viele zufällige Passanten.

Stefan Schader, Inhaber von Schader-Veranstaltungstechnik, hatte mit seinen Mitarbeitern das Palais Edinburgh, Sitz der Industrie- und Handelskammer zu Coburg, in rotes Licht gesetzt. Parallel dazu wurden kurze Videoclips von verschiedenen Festen und Festivals gezeigt.

Ob Schlossplatzfest, Sambafestival oder Vogelschießen, der Virus hat alle Großveranstaltungen bundesweit in die Knie gezwungen. Weil die Veranstaltungsbranche in den vergangenen Wochen und Monaten so gut wie keine Umsätze und damit Verdienste hatte, musste der Aufwand für die "Night of Light" möglichst niedrig gehalten werden. Durch die bloße Illumination und die Videos seien auch die Auflagen sehr gering gehalten worden, erklärte Stefan Schader.

In der Nacht zum Dienstag, 23. Juni, sind in mehr als 200 Städten in Deutschland Eventlocations, Spielstätten, Gebäude und Bauwerke mit rotem Licht illuminiert worden: Viele leuchtende Mahnmale, die sich zu einem gewaltigen Licht-Monument arrangieren. Ein flammender Appell zum Einstieg in einen Branchendialog, der die Vielfältigkeit und Systemrelevanz der deutschen Veranstaltungswirtschaft thematisieren soll.

Allein Konzerte, Volksfeste, Firmenfeiern und Messen ziehen in normalen Jahren in Deutschland knapp 500 Millionen Besucher an und können bis auf weiteres gar nicht oder nur unter erheblichen Auflagen stattfinden, heißt es in einer Pressemitteilung der Initiative von "Night of Light". Die derzeitigen Hilfsprogramme für die Veranstaltungswirtschaft bestünden im Wesentlichen aus Kreditprogrammen, die jedoch eine erneute Zahlungsunfähigkeit in Verbindung mit der Überschuldung der betroffenen Unternehmen zur Folge haben werden.