Bald werden sich viele Jungvögel aus den schützenden Nestern wagen. So erreichen den Landesbund für Vogelschutz (LBV) derzeit Anfragen von Tierfreunden, die vermeintlich in Not geratenen oder verlassenen jungen Vögeln helfen wollen. Der LBV rät hier erstmal: Finger weg! "Die Vogeljungen sind unerfahren und im Fliegen noch etwas ungeübt und wirken deshalb oft hilflos. Sie aufzunehmen, ist aber falsch verstandene Tierliebe", sagt die LBV-Biologin Angelika Nelson.

Der LBV bittet alle Vogelfreunde, diese halbflüggen, bereits vollständig befiederten Vögel, so genannte Ästlinge, einfach sitzen zu lassen. Jungvögel, die vermeintlich alleingelassen und hilflos im Gebüsch oder auf der Wiese hocken und laut rufen, rufen nicht um Hilfe, sondern halten Kontakt zu ihren Eltern, um gefüttert zu werden.

Hilfe benötigen befiederte Jungvögel nur, wenn sie nach zwei bis drei Stunden immer noch nicht von einem Altvogel gefüttert wurden. Droht den flauschigen Federbällen Gefahr durch Katzen oder Straßenverkehr, können sie ohne Probleme kurz aufgenommen und ganz in der Nähe vom Fundort, in Hörweite zu den Vogeleltern, umgesetzt werden. Am besten lässt man sie in einer Astgabel oder einem Busch nieder.

Der LBV stellt klar: Jungvögel sind Wildtiere und dürfen nur vorübergehend aufgenommen werden, wenn sie verletzt, krank oder tatsächlich hilflos sind. Ansonsten liegt ein Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz vor. Weitere hilfreiche Tipps gibt es im Internet unter der Adresse www.lbv.de/vogel-gefunden. red