Obwohl die 199 Nachwuchsforscher beim Regionalwettbewerb "Jugend forscht/Schüler experimentieren" ihre insgesamt 126 Arbeiten unter Ausschluss der Öffentlichkeit präsentieren mussten, um die Ansteckungsgefahr durch das Coronavirus zu minimieren, konnten sie die Expertenjury auch in diesem Jahr wieder vollends überzeugen. "Schüler experimentieren" ist die Juniorsparte von "Jugend forscht" (ab 15 Jahre).

Im Fachbereich Biologie überzeugten Fabian Gärtig (8. Klasse, 13 Jahre) und Jonas Gärtig (5. Klasse, 11 Jahre) vom Clavius-Gymnasium Bamberg die Jury mit ihrer Untersuchung zum Handy als Bakterienschleuder. Sie dürfen nun als Regionalsieger (1. Preis) Oberfranken am Landeswettbewerb in Regensburg vertreten. Die Jury stellt in ihrer Laudatio fest: "Jeder fürchtet sich vor dem Coronavirus, trägt aber sein Smartphone in der Hosentasche mit sich herum. Dieses stellt aber eine Quelle für viele Krankheiten dar, da sie Bakterien auf sich tragen." Die Brüder haben in wissenschaftlich präziser Weise die Anzahl und Art der Bakterien untersucht und Blaulicht und Seifenwasser als Reinigungsmittel geprüft. "Mit einer Blaulicht-App lässt sich die Bakterienanzahl um 30 Prozent reduzieren, mit Seifenlauge an einem nebelfeuchten Wischtuch um 90 Prozent", ergänzen Fabian und Jonas. Ein weiterer Regionalsieg ging an Veronika Kuen (7. Klasse, 12 Jahre) und Carla Ehrhardt (7. Klasse, 13 Jahre) vom E.T.A.-Hoffmann-Gymnasium Bamberg. Die beiden Schülerinnen überzeugten im Fachgebiet Technik mit ihrem Turmbau zu Bamberg. Mit Hilfe von Holzstäben, Nudeln und Strohhalmen ermittelten sie die stabilste Turmbauweise und testeten die Stabilität anhand eines selbst konstruierten Erdbebensimulators. Auch sie nehmen am Landeswettbewerb teil.

Die stromleitende Knete

Jakob Bickel und Johanna Klug (beide 5. Klasse, 11 Jahre) vom Franz-Ludwig-Gymnasium erzielten die beste Platzierung im Fachbereich Physik, den 2. Preis, mit ihren Untersuchungen der "Physikalischen Eigenschaften von Stromleitender Knete".

Die Schüler haben mit Haushaltsmitteln eigenständig Knetmasse hergestellt und deren Leitfähigkeit unter Druck und Temperatureinfluss gemessen. Mit dieser Knete könnte auch ein Physiklehrer im Anfangsunterricht leicht einen Stromkreis legen lassen und Schalter mit Leuchtdioden verbauen lassen. Ein erster Platz wurde dieses Jahr in diesem Fachbereich nicht vergeben.

Ebenso vom Franz-Ludwig-Gymnasium kommt Youri Dusek (6. Klasse, 12 Jahre). Er baute ein Modell vom Weltall und beschäftigte sich mit den Exoplaneten. Er ging der spannenden Frage nach, welcher dieser Exoplaneten am besten für Lebewesen geeignet wäre, das heißt ob die Temperatur passend ist und Wasser sowie Atmosphäre vorhanden sind. Er überzeugte die Jury und gewann den 3. Preis im Fachbereich "Geo- und Raumwissenschaften".

Bei den älteren Schülern (ab 15 Jahre) gewann Ralf Schmitt (18 Jahre) den Sonderpreis "Umwelttechnik" in der Arbeitswelt bei "Jugend forscht". Sein Thema "Energetische Aufbereitung öffentlicher Gebäude am Beispiel des Franz-Ludwig-Gymnasiums" trifft den Puls der Zeit. Mit Hilfe einer professionellen Wärmebildkamera wurde der Altbau mit dem Neubau des FLG verglichen und eigenständige Versuche zur Wärmedämmzahl und dem Flammschutz verschiedener Materialien durchgeführt.

Im Fachbereich Mathematik / Informatik schrieb Leopold Gierz (18 Jahre) ein eigenständiges Computerprogramm zur Warnung vor Feinstaubbelastung bei Überschreitung gewisser Grenzwerte. Diese Warnung bezieht alle öffentlich zugänglichen Sensordaten ein, vergleicht den Standort mit dem des Benutzers und gibt ihm eine zielgenaue Warnung auf das Handy. Leopold erzielte den 3. Preis in seinem Fachbereich. stg