Der Schock kam spät. Die elf Schülerinnen und Schüler der Begabtenförderung Oberfranken hatten Aufrufe in der Bevölkerung nach privaten Fotos aus Bamberg gestartet, haben im Stadtarchiv alte Bilder durchforstet und waren selbst unterwegs, um das aktuelle Bamberg einzufangen. Dann wurde der Verlag, in dem das Buch erscheinen sollte, verkauft. Auf dem Buchmarkt ist nicht alles Gold, was glänzt.
Aber zum Glück fand sich schnell eine Alternative bei einem Bamberger Verlag, um die große und großartige Arbeit angemessen zu würdigen.


"Alle wollten alles machen"

Denn die Schüler der Jahrgangsstufen sieben bis zehn hatten über 2000 Fotos gesichtet, thematisch geordnet und mit Texten versehen. Seit September 2017 haben sie sich unter der Leitung von Martin Stübinger wöchentlich getroffen und können ihr Projekt pünktlich zum Schuljahresende mit der Veröffentlichung des Bildbandes krönen. Es sei viel Arbeit gewesen, sagt Stübinger. Vom Stress wissen Schüler wie Lehrer zu berichten. Stübinger hebt aber hervor, dass er niemanden motivieren musste: "Alle wollten alles machen."
Indem sie alte und neue Bilder gegenüberstellen, kann man die Stadt im Wandel erleben. Dabei kommt das noch immer lebendige Bamberg nicht zu kurz und lenkt den Fokus auf vielleicht noch unbekannte Bereiche.
"Von Unterwasserrugby hatten wir noch nie etwas gehört", sagt Schüler Lukas Hein. Dabei ist Bamberg in der Sportart sogar recht erfolgreich. Bemerkenswert fand Stübinger, dass sich der Blickwinkel der Schüler gar nicht so sehr von seinem unterscheidet. "Bamberg ist für alle gleich besonders", sagt er.
Das Besondere an der Fotoauswahl ist jedenfalls auch, dass unbekannte Bilder dabei sind. Darunter eines, auf dem der Präfekt des Ottonianums eine verlorene Wette einlöst und in vollem Ornat ins kalte Wasser springt.Die Kinder haben diesen Sprung ebenfalls vollzogen und, wie man sehen kann, mit Bravour gemeistert.