Die Negativserie geht weiter: Die Bamberger Brose-Basketballer kassierten am Freitagabend in Jena nach einer erbärmlichen Vorstellung die 15. Auswärtsniederlage in Folge und müssen nun ernsthaft um das Erreichen der Play-offs zittern. Die 68:85 (38:49)-Pleite bei den Thüringern und der Würzburger Erfolg gegen Erfurt haben zur Folge, dass die Mannschaft von Trainer Andrea Trinchieri in der Tabelle auf Rang 10 abrutschte.
Das erste Viertel verlief ausgeglichen: Erst erspielten sich die Hausherren eine 16:10-Führung, dann konterten die Bamberger dank eines gut aufgelegten Ricky Hickman (10 Punkte in den ersten zehn Minuten) mit einem 7:0-Lauf und holten sich die Führung zurück.
Nach der ersten Pause (20:20) drehten bei den Hausherren vor allem Julius Jenkins (3 Dreier) und Spielmacher Skyler Bowlin (3 Dreier/9 Assists) auf und schossen erstmals eine zweistellige Führung (41:30) heraus. Die Bamberger präsentierten sich gegen die flüssige Offensive der Thüringer (16 Assists) oftmals zu langsam in der Abwehr, so dass Derrick Allen immer wieder zu einfachen Punkten aus dem Pick-and-Roll heraus kam. Aber auch im Rebound packten die Wissenschaftsstädter entschlossener zu, sicherten sich so öfters zweite und dritte Wurfchancen und gingen mit einem komfortablen 49:38-Vorsprung in die Kabine.
Gleich nach dem Seitenwechsel waren Hickman und der couragiert auftretende Louis Olinde dafür verantwortlich, dass der Gast auf 44:49 verkürzen konnte. Das war aber nur ein Strohfeuer. Bowlin, Allen und Jenkins
mit einem Vier-Punkte-Spiel nutzten die Ballverluste des Meisters und bauten den Vorsprung auf 16 Punkte (60:44) aus. Und auf den Bamberger 6:0-Zwischenspurt hatten die Hausherren sehr zur Freude ihrer begeisterten Anhänger die passende Antwort (67:50). Leon Radosevic verkürzte zwar noch etwas, dennoch ging Jena mit einem 68:54-Vorsprung ins Schlussviertel.
Es sah nicht gut aus für das Brose-Team - bei Andrea Trinchieri machte sich an der Seitenlinie Resignation breit. Beinahe regungslos verfolgte der als Vulkan bekannte Italiener, wie die Hausherren sein einfallsloses, saft- und kraftloses Team auseinandernahmen, sich nach 35 Minuten erstmals eine 20-Punkte-Führung (79:59) erspielten und einem ungefährdeten Erfolg entgegensteuerten.
Bei den Bamberger war nach der Pause kein Aufbäumen zu erkennen. Jena durfte nach Belieben schalten und walten. Bowlin hatte mit 13 genau so viele Vorlagen auf dem Konto wie das gesamte Bamberger Team, das diese Bezeichnung eigentlich gar nicht verdient hat.