Auf der Suche nach Lösungskonzepten zur Belebung der Bad Brückenauer Innenstadt haben die Stadtratskandidaten der Freien Bürger Bad Brückenau und FDP (FB-FDP) sich eingehend mit dem Hofheimer Modell befasst und sich auch mit Allianzmanager der Hofheimer Allianz, Matthias Hirschmüller, ausgetauscht. Die Leitung hatten Adelheid Zimmermann (Stadt-, Kreisrätin und Bezirkstagsvizepräsidentin) und Spitzenkandidat Stefano Pettinella inne.

Wie es in einer Pressemitteilung heißt, war die Gemeindeallianz Hofheimer Land mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert wie Orte im Landkreis Bad Kissingen und insbesondere Bad Brückenau. Wie in vielen anderen bayerischen Kommunen wanderte die Versorgung an die Ortsränder, während gleichzeitig Ortskerne mit zunehmenden Leerständen konfrontiert sind und überaltern.

Die Gemeindeallianz hat vor rund zwölf Jahren ein vorbildliches aus verschiedenen Bausteinen bestehendes Programm ins Leben gerufen, um diesem Trend aktiv entgegenzuwirken. Das Programm folgt dem Prinzip, dass Bauen und Renovieren im Ortskern günstiger sein müssen als ein vergleichbares Objekt im Siedlungsgebiet. Gleichzeitig werden Neubaugebiete nur dann genehmigt, wenn das vorhandene Baulücken- und Leerstandsangebot für den Baulandbedarf nicht ausreicht. Dies wäre aus Sicht der FB-FDP auf Bad Brückenau übertragbar.

Bevölkerung nimmt zu

Allein in der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Hofheim wurden seit Beginn des Programms 191 Leerstände revitalisiert und 82 Baulücken aktiviert. Hofheim hat für die Unterstützung der Nutzung von Altsubstanz "nur" 390 000 Euro ausgeschüttet. Während zuvor jährlich bis zu 120 Personen aus der Hofheimer Allianz netto abgewandert waren, nimmt die Bevölkerung seit etwa 2014 wieder zu.

Vor dem Hintergrund hat Adelheid Zimmermann wiederholt im Stadtrat und in der Stadtverwaltung einen umfassenden Austausch mit den Verantwortlichen der Hofheimer Allianz angeregt, um zu prüfen, inwieweit dieses Konzept auf Bad Brückenau und die Brückenauer Rhönallianz übertragen werden könnte.

Zwei Bausteine umfasst die Initiative Hofheimer Land. Der erste Baustein ist die Revitalisierung von Leerständen in Ortskernen und schließt die aktive Vermarktung von Leerständen und Baulücken ein. Die Kommunen verknappen gleichzeitig aktiv das Angebot von anderweitigen Bauplätzen. Der zweite Baustein optimiert Rahmenbedingungen strategisch, um künftige Leerstände zu verhindern, unterstützt durch konsequente Öffentlichkeitsarbeit. Hierzu gehören beispielsweise die Verlegung von Einkaufsmärkten in die Innenstadt, das zwölf Häuser umfassende Netzwerk Dorfgemeinschaftshäuser, die als Dorfmittelpunkte und Begegnungsstätten innerhalb des Netzwerks dienen, oder auch vier Dorfläden.

Im Rahmen der Grünen Woche 2016 in Berlin wurde dieses Konzept zum Sieger des Bundeswettbewerbs "Kerniges Dorf" gekürt. red