Nimmt die bayerische Staatsregierung genug Rücksicht auf die Belange der Stadt Bamberg, wenn es um die Verteilung von Flüchtlingen geht? Dass beinahe ein Viertel der in Oberfranken lebenden Asylbewerber in Bamberg untergebracht sind, lässt dies bezweifeln. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) stellt jetzt die Schließung der Gemeinschaftsunterkunft in der Ludwigstraße im nächsten Frühjahr in Aussicht. Der CSU-Politiker aus Erlangen tut dies im Rahmen einer Stellungnahme, mit der er auf den FT-Bericht "Bamberg fordert Entlastung" (20. Juli) reagiert.
In dem Artikel waren die oben erwähnten Zahlen thematisiert worden. Herrmann betont dazu - zweimal beinahe wortgleich: "Die Staatsregierung hat das Ziel, die Stadt Bamberg bei der Anschlussunterbringung der anerkannten Asylbewerber zu entlasten."


Zahlen gesunken

Die Zahl der Asylbewerber und Anerkannten in der Anschlussunterbringung in Bamberg sei schon bisher von 700 Personen Ende Mai 2016 auf aktuell 353 Personen gesunken. Herrmann erinnert daran, dass die Unterkünfte in der Baunacher Straße, der Neuerbstraße, der Zollnerstraße, der Kaimsgasse, der Pödeldorfer Straße und der Schildstraße seitdem geschlossen und die Mietverträge gekündigt wurden. In die einzige noch vorhandene Unterkunft der Anschlussunterbringung in der Geisfelder Straße seien gemäß der Vereinbarung des Freistaates Bayern und der Stadt Bamberg vom 14. August 2015 keine Personen umverteilt worden, aktuell würden dort zehn Personen leben.
Denkbar sei zudem, den Mietvertrag mit der Stadt Bamberg für die Gemeinschaftsunterkunft in der Ludwigstraße, der zum 31. März 2019 ausläuft, nicht weiter zu verlängern. Das würde 52 Personen betreffen. Die Regierung von Oberfranken werde sich diesbezüglich umgehend mit der Stadt Bamberg in Verbindung setzen. mm