Eine ebenso starke wie kompetente Persönlichkeit Kauerndorfs lebt nicht mehr: Der langjährige Gemeinderat und frühere Zweite Bürgermeister Reinhold Dippold ist am Dienstag plötzlich und unerwartet verstorben. Er wurde 72 Jahre alt.

Der äußerst engagierte Kommunalpolitiker saß von Mai 1984 bis April 2020 für die Wählergemeinschaft Kauerndorf im Ködnitzer Gemeinderat, von 1990 bis 2002 übte er zudem das Amt des stellvertretenden Bürgermeisters. Auch in der Verwaltungsgemeinschaft Trebgast war sein Fachwissen als früherer Kreisbaumeister 36 Jahre lang sehr gefragt.

Für sein kommunalpolitisches Wirken wurde Reinhold Dippold bereits 2004 mit der Kommunalen Dankurkunde geehrt. In diesem Jahr sollte ihm die Verdienstmedaille in Bronze des Freistaats Bayern verliehen werden, eine seltene Auszeichnung, die in der Regel nur Bürgermeister erhalten. Die Mitteilung erhielt er vor wenigen Monaten, aber coronabedingt musste der Festakt ausfallen.

Gestalter und Sachverwalter

Die Gemeinde Ködnitz verliert nicht nur einen wertvollen Gestalter und Sachverwalter, sondern auch einen gelebten Kauerndorfer und ein fränkisches Urgestein. Wie kein anderer hat er sich mit aller Kraft für die Ortsumgehung seines Heimatorts eingesetzt. Seine Arbeit als Sprecher der Bürgerinitiative "Umgehung 289 Kauerndorf" kann nicht hoch genug gewürdigt werden. Es ist besonders tragisch, dass Dippold nun den Beginn dieser Arbeiten, die im kommenden Jahr erfolgen werden, nicht mehr erleben kann.

Stephan Heckel-Michel, der die letzten drei Wahlperioden als Bürgermeister mit dem Verstorbenen zusammenarbeiten konnte, stellt dazu fest: "Sein Einsatz für die Ortsumgehung war für ihn und seine Kauerndorfer eine Lebensaufgabe, für die er sich intensiv eingesetzt hat."

Seine Stimme hatte im Gremium nicht nur Gewicht, sondern sie war mitunter auch unüberhörbar. Reinhold Dippold vertrat seine Meinung unbeirrbar konsequent und hatte dabei aber immer das Wohl der Bürger der Gemeinde Ködnitz im Auge.

Die CSU-Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner lernte Dippold als einen "Kämpfer für sein Kauerndorf" kennen: "Er war ja Chef und Sprecher der Bürgerinitiative, und es ist definitiv so, dass es ohne sein Wirken und sein ständiges Dranbleiben keine Weiterentwicklung für die Region gegeben hätte."

Dippold habe ihr die Chance gegeben, sich als junge Abgeordnete zu beweisen. "Das ist keine Selbstverständlichkeit, und das werde ich ihm auch nicht vergessen, wobei er immer sehr wertschätzend im Umgang miteinander war. Man konnte mit ihm Strategien durchsprechen, es war absolut unkompliziert" so Zeulner. Und:  "Er war jemand, der seine Heimat geliebt und die Menschen unterstützt hat, die hier leben. Er war ein Mensch, der sich im besten Sinne des Gemeinwohls verpflichtet fühlte."

Reinhold Dippold war der entscheidende Mann der Wählergemeinschaft Kauerndorf und führte hier auch bis zu seinem Ausscheiden aus dem Gemeinderat den Vorsitz. Die Ortsgemeinschaft von Kauerndorf war für den Verstorbenen eine Herzensangelegenheit. Als leidenschaftlicher Sänger übte er viele Jahre das Amt des Zweiten Vorsitzenden beim Männergesangverein "Fidelia" aus.

Über den zweiten Bildungsweg legte Reinhold Dippold das Studium für Hochbau an der Fachhochschule Coburg erfolgreich ab. Die berufliche Laufbahn wurde danach bei der Bundesbahndirektion Nürnberg fortgesetzt mit Einsätzen an den Bahnbetriebsämtern Bayreuth und Hof sowie in der Bundesbahnregionalabteilung Hof.

Geschätzter Kreisbaumeister

1988 wechselte er an das Landratsamt Kulmbach, zunächst als Sachgebietsleiter im Hochbau. Zum 1. November 2000 wurde Dippold die Leitung der bautechnischen Abteilung übertragen. Der Baurat übergab 2012 mit der Versetzung in den Ruhestand sein Amt als Kreisbaumeister in jüngere Hände.

Bei seiner Verabschiedung stellte Landrat Klaus Peter Söllner fest: "Es ist seine Fachkompetenz, gepaart mit seiner unkomplizierten, sympathischen Art, die Reinhold Dippold so beliebt machte im Landratsamt. Seine Abteilung hat er immer mit großem Engagement und Umsicht, hoch kompetent und menschlich einfühlsam geleitet." Reinhold Dippold war aber auch bei Bauherren und Architekten geachtet, die gerne seinen Rat suchten.