Bauen und Wohnen werden teurer. Seit 2012 hat der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in Coburg einen "deutlichen Anstieg" für freie Wohnbauflächen, bei neuen und gebrauchten Häusern sowie Eigentumswohnungen und Mieten festgestellt. "Bei gebrauchten Wohnungen sind die Quadratmeter-Preise in den vergangenen fünf Jahren um über ein Drittel gestiegen", heißt es im jüngsten Grundstücksmarktbericht für die Jahre 2016 und 2017. Alle zwei Jahre veröffentlicht der Gutachterausschuss den Bericht, der sowohl die Entwicklung der Boden- als auch der Immobilienpreise aufzeigt.
Nach dem jüngsten 80-seitigen Bericht wurden im vergangenen Jahr durchschnittlich 3070 Euro je Quadratmeter bei Neubauten bezahlt, 1634 Euro für gebrauchte Wohnungen.
"Das bedeutet seit 2012 eine durchschnittliche Steigerung von 550 Euro je Quadratmeter bei gebrauchten und 575 Euro bei neuen Wohnungen." Die unverändert hohe Nachfrage nach Wohneigentum zeige sich besonders prägnant bei gebrauchten Wohnungen. Der Spitzenwert für eine Neubauwohnung lag 2017 bei über 3700 Euro.
Bei den Neubauten in Coburg fanden in den vergangenen beiden Jahren hauptsächlich Wohnungen zwischen 55 und 80 Quadratmeter Fläche neue Besitzer, häufig vertreten sind auch Wohnungen in der Größenordnung von 91 bis 110 Quadratmeter und von über 130 Quadratmetern Wohnfläche. "Kleinwohnungen mit weniger als 50 Quadratmetern kamen so gut wie gar nicht auf den Markt."
Ähnlich das Bild bei den gebrauchten Wohnungen: Am häufigsten gehandelt wurden Wohnungen mit einer Größe von zwischen 55 und 80 Quadratmetern, gebrauchte Kleinwohnungen machen etwas mehr als ein Fünftel der gehandelten Wohnungen aus. Große gebrauchte Wohnungen hingegen wechselten kaum den Besitzer.
Im Jahr 2017 fanden in der Stadt Coburg 115 Einfamilienhäuser einen neuen Besitzer, ein Jahr zuvor waren es 113. Der Umsatz betrug hier 28,1 Millionen Euro und erreichte damit 2017 einen Rekordwert in Coburg. "Obwohl in den vergangenen zwei Jahren die Anzahl der Verträge gesunken ist." Das lässt darauf schließen, dass "die einzelnen Objekte teuer waren". Freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser stellten 2017 mit zwei Dritteln die meisten verkauften Wohnimmobilien dar, Reihenhäuser machten etwas mehr als ein Fünftel aus, hingegen wurden am wenigsten Doppelhaushälften veräußert.
2016/17 ist in Coburg die Verkaufszahl der Wohnbaugrundstücke gestiegen, was hauptsächlich auf die Verkäufe durch die Stadt in den Neubaugebieten Mittelberg, Am Hasenstein und am Max-Böhme-Ring zurückzuführen ist. Nach wie vor die höchsten Bodenrichtwerte in Verbindung mit dem Standort sind in den 1a-Lagen rund um den Marktplatz und die Spitalgasse zu finden. Zum 31. Dezember 2016 ermittelte der Ausschuss dort einen Quadratmeterpreis von 935 Euro. 435 bis 690 Euro sind es in den benachbarten 1b-Lagen; 2a-Lagen sind mit 310 bis 385 Euro pro Quadratmeter bezahlt.
Der Coburger Immobilienmarkt ist in den vergangenen Jahren zunehmend für auswärtige Investoren interessant geworden. "Die derzeit laufenden größeren Baumaßnahmen im Geschosswohnungsbau werden mehrheitlich von nicht in Coburg ansässigen Investoren durchgeführt." 2017 war das erste Jahr, in dem mehr als die Hälfte (55 Prozent) der angebotenen Immobilien von Nichtcoburgern gekauft wurden.
Im Vergleich zu anderen bayerischen Städten, so das Fazit des Gutachterausschusses, "ist der Immobilienmarkt in Coburg derzeit noch als moderat und aufgrund der aktuellen wirtschaftlich guten Lage als stabil anzusehen".