bernhard Panzer

Hühnerfleisch gebacken nach Szechuan Art - das könnte das Hausmenü der Familie Phong am neuen Imbiss an der Schütt sein. Denn das Holzhaus, das seiner Fertigstellung entgegen sieht, trägt künftig die Adresse An der Schütt 14a. Menü 14 auf der bisherigen Speisekarte der Vietnamesen ist das genannte Hühnchen. Die Familie war ebenso wie die anderen Pächter Andreas und Patricia Grün am Mittwochvormittag auf dem Platz am Parkdeck, um sich schon mal an ihrem künftigen Arbeitsplatz umzuschauen. Die Eröffnung wurde auf den 14. Mai terminiert, weil sich die Bauarbeiten verzögert haben.


Größte Platane der Stadt

Das sagte Bürgermeister German Hacker beim Ortstermin und bat die Imbissbetreiber um Verständnis. In dem Holzhaus werden die beiden Betreiber einziehen und dort ein völlig unterschiedliches Angebot kredenzen. Auf dem Platz ist schon ein Baum gepflanzt, die größte Platane der Stadt, wie Hacker sagte. Auch die Bushaltestelle und der Fußweg entlang des Parkdecks zur Aurach sind fertig. Eine kleine Fahrradreparatur und eine Ladestation für E-Bikes fehlen noch. Ebenso wie das Mobiliar. Es sollen zwei Sitzgarnituren und zwei Stehtische aufgestellt werden, erklärte die designierte Bauamtsleiterin Silke Stadter.
Die Familie Phong ist den Herzogenaurachern bestens bekannt. Haben die Vietnamesen doch schon bisher den Imbisswagen an der Schütt betrieben. Künftig macht dies Tran Thanh Phong, der Neffe des bisherigen Betreibers, zusammen mit seiner Frau Thi Loan Cao und mit Duc Thanh Phong, dem Imbiss-"Urgestein". Ihn kennen viele Kunden schon vom alten Standplatz ein paar Meter weiter.


21 Jahre schon an der Schütt

Tatsächlich sind es schon 21 Jahre, dass der Wagen mit dem asiatischen Angebot dort stand. Viele heutige Kunden kamen schon als Kinder, sagt Phong. So wie Patricia Grün auch. "Ich bin groß geworden mit den Nudeln", sagt die gebürtige Herzogenauracherin. "Ich hab als Kind gern dort gegessen".
Ab 14. Mai ist sie gemeinsam mit ihrem Mann Andreas Nachbar der Phongs auf dem neuen Imbissplatz an der Schütt. Beide führen "Grün's Speisekammer" und bieten klassische Imbissgerichte in umgewandelter Form an, wie der aus Jena in Thüringen stammende Gastronom sagte. Auf neudeutsch Streetfood eben. Da gibt's zum Beispiel eine Currywurst mal mit ganz anderer Soße, einen Weißwurst-Burger auf dem Laugengebäck, oder auch das Ei im Loch, das ein komplettes Frühstück in einem hohlen Brötchen darstellt. Alles Sachen aus der Hand, hergestellt aus Produkten in der Region. Mit biologisch abbaubarer Verpackung und den Getränken aus Glasflaschen statt aus Plastik. Auch die Bratwürste, die es natürlich ebenso gibt, kommen trotz Grüns Abstammung nicht aus Thüringen, sondern vom Herzogenauracher Metzger Schonath, wie er sagte. Die hätten ihn überzeugt.
Aus seiner Heimat hingegen gibt's das Rostbrätl, hierzulande sagt man wohl Schweinenackensteak dazu. Aber auch das mit fränkischer Nuance, denn es soll mit Heller-Bier bestrichen werden.


Vernünftige Sache

Bürgermeister German Hacker betonte, dass das Areal dort jetzt viel schöner gestaltet sei als bisher. Freilich sei der Wagen der Asiaten ein fester Bestandteil der Schütt gewesen, aber das Neue "ist schöner." Gespart hat man mit dem Haus nicht. So wird eine aufwändige Lüftung eingebaut, die so leise läuft, dass sie die Nachbarschaft schont. Ebenso wie der Abzug der Fettabscheidung. Hacker: "Es ist wichtig, dass es eine vernünftige Sache wird."