Besuchen Sie schnell noch das Höllental, ein echtes Paradies. Denn bald ist's wohl vorbei mit der Idylle. Politiker, Tourismusmanager und Gastronomen träumen von Busladungen Touristen, die eine Weltsensation bestaunen sollen: die mit 720 Metern längste freigespannte Fußgängerbrücke der Welt über das Höllental.
Zwischen Sauerbraten und Schwarzwälder-Kirsch-Torte sollten die paar Schritte drin sein, um 180 Meter ins Wanderparadies hinunterzugucken. Schlappe zwölf Millionen Euro sollen investiert werden.
Der Wanderer, der vom thüringischen Blankenstein auf den Frankenweg startet, wird schon nach wenigen Kilometern von einem grandiosen Blick ins wildromantische Höllental gefesselt. Und im Hintergrund thront auf einem Bergrücken das malerische Städtchen Lichtenberg mit seiner Burg.
Doch grandiose Natur alleine reicht ja heutzutage längst nicht mehr. Auch mit einem Besucherbergwerk oder einem kleinen, aber feinen Museum im alten Bahnhof lockt man halt niemanden mehr hinter dem Ofen vor. So kann man selbst an einem Ferientag das Höllental durchwandern, ohne auch nur auf einen Mitmenschen zu treffen.
Aber schon bald wird dort die Hölle los sein. Der moderne Mensch braucht halt Action, Attraktionen, Events. Und was kommt als nächstes? Eine Seilbahn von der Plassenburg zur Kronacher Feste Rosenberg vielleicht? Christian Schuberth