Jeder Deutsche verbraucht 37 Kilogramm Plastikverpackungsmüll pro Jahr. Nur 50 Prozent davon werden wiederverwertet. In Europa benutzt kein anderes Land so viel Plastikverpackungen wie Deutschland - überall finden sich umweltbelastende Überreste dieser Stoffe: Im Meer schwimmen mittlerweile mehr Plastikpartikel als Plankton - Grund genug für die Kreisgruppe Lichtenfels des Bundes Naturschutz, mit "zehn Geboten" plakativ Tipps zu geben, der Plastikflut beizukommen und im Gespräch mit Passanten an der Bamberger Straße zum "Plastikfasten" aufzurufen.
Claudia Drenda hatte kurz vor der Aktion in nur einer Viertelstunde einen Eimer voll Verpackungsmüll und Einwegflaschen gesammelt, die entlang eines Spazierweges die Wiese und den Gewässerrand verunzierten. Sie mahnte: "17 Milliarden Einwegflaschen aus Kunststoff verbrauchen die Deutschen unnötigerweise pro Jahr." Mehrwegflaschen aus Glas wären in vielen Fällen die bessere Alternative; denn aus Plastik könnten sie nicht so oft wiederverwendet werden. Außerdem entstehe kein schädliches Mikroplastik, das im Verlauf von Jahren über die Bäche und Flüsse ins Meer und letztendlich wieder in die Nahrungskette auf dem Teller landen kann.


Absurdistan im Supermarkt

Günter Lutz, BN-Ortsgruppenvorsitzender, hatte einen geflochtenen Einkaufskorb mit Lebensmitteln auf den Tisch gestellt, dessen Anblick die Besucher erfreute. Lutz meinte: "Es ist absurd: Die einzigen unverpackten Lebensmittel, die es im Supermarkt noch gibt - Obst und Gemüse - sollen wir in manchen Supermärkten auch noch in einzelne Plastiktütchen packen. Achten Sie deshalb in den kommenden Fastenwochen ganz gezielt auf den Verzicht von zusätzlichen Plastiktüten und verwenden Sie dauerhaft verwendbare Körbe, Klappkisten oder wiederverwendbare Stoffbeutel beim Einkaufen!"
Umweltschützerin Eva Börschel macht sich große Sorgen um die weltweit zunehmende Verbreitung des Mikroplastiks und informierte: "Mittlerweile lassen sich feinste Kunststoffteilchen in Wasser, Luft und Erde nachweisen. In den fünf Weltmeeren treiben riesige Müllwirbel jeweils von der Größe Mitteleuropas, die das Leben von Millionen von Meerestieren direkt bedrohen oder indirekt nach mehr oder weniger langer Zeit durch ihre langsame Zersetzung zu Mikroplastik." red