Die Idee eines Jugendparlaments kursiert schon seit zehn Jahren in der Kreisstadt, doch erst jetzt hat sich der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung auf die Rahmenbedingungen geeinigt. Dem Entschluss vorangegangen war eine Diskussion bezüglich Wahlalter und Wohnsitz der Mitglieder.

Beim passiven Wahlrecht, also dem Alter, das die Kandidaten fürs Jugendparlament haben müssen, hat sich das Gremium schließlich auf eine Spanne von 14 bis 18 Jahren geeinigt. "Es gibt auch Zwölfjährige, die für ihr Alter schon sehr reif sind und sich engagieren wollen", argumentierte Martina Zwosta (Frauenliste). Die Mehrheit befand jedoch, dass der Altersunterschied unter den Mitgliedern nicht allzu groß sein soll, da "zwischen 14 und 21 schon Welten liegen". Wählen dürfen Jugendliche bereits ab 13 Jahren.

Wer sich zur Wahl im Herbst aufstellen lassen will, muss seinen Erstwohnsitz in Kronach haben. Nach den Sommerferien wird vor allem in den Schulen, Vereinen und dem Jugendzentrum für das Jugendparlament, das aus neun Mitgliedern bestehen soll, geworben.

Beschlüsse des Jugendparlaments sollen Bürgermeisterin Angela Hofmann vorgelegt werden und innerhalb von drei Monaten auf der Tagesordnung des Stadtrats landen. Auch über das Budget wurde diskutiert. "Ich halte 500 Euro für deutlich zu wenig", äußerte sich beispielsweise Jonas Geissler (CSU) und schlug stattdessen 2500 Euro vor. "Es geht auch darum, dass man den Jugendlichen ein Stück weit Vertrauen entgegenbringt. Wenn man sich junge Menschen wünscht, die sich für Politik begeistern, muss man auch alles dafür tun." Letztlich einigte sich das Gremium jedoch auf ein monatliches Budget von 100 Euro - 1200 Euro pro Jahr - , das den jungen Leuten zur freien Verfügung steht. "Damit setzen wir einen Meilenstein für die Jugendbeteiligung", freut sich der Jugendbeauftragte der Stadt, Markus Oesterlein. Das Budget sei allerdings viel zu niedrig.

"Wenn wir eine gute Entwicklung sehen, erhöhen wir gerne", kündigte Heinz Hausmann (CSU) an. In dem Fall könnte das Kronacher Jugendparlament auch Vorbild für ähnliche Projekte im ganzen Landkreis sein. saha