Die zweite Garnitur des HSC 2000 Coburg packte in der Partie beim GSV Eintracht Baunatal "die Wundertüte" aus, wie Trainer Martin
Röhrig feststellte. Sein Team entführte mit 31:28 Toren beide Zähler vom favorisierten Tabellenzehnten.
Die Abstiegsgefahr ist damit zwar noch keineswegs behoben, aber die Aussichten auf den Verbleib in der 3. Liga Ost haben sich nach der starken Leistung in Hessen um einiges verbessert.


3. Liga Ost

GSV Eintracht Baunatal -
HSC Coburg II 28:31 (16:15)

In einer überaus spannenden und bis kurz vor dem Schlusspfiff noch keineswegs entschiedenen Begegnung setzten sich die Coburger am Ende erfolgreich in Szene, weil sie im Gegensatz zum Heimspiel, als eine 32:29-Führung nur zu einem Remis reichte, diesmal gegen den gefährlichen Gastgeber die Ruhe bewahrten und mit einer emotionalen Leistungssteigerung den Erfolg sicherten.
Coburg ließ sich zunächst nicht abschütteln und verschaffte sich nach dem 2:3 (4.) mit Treffern von Schramm und zweimal Kellner mit dem 3:5 (9.) schon bald den nötigen Respekt, obwohl die Gäste mit einem Dreier-Kontra nach einem nicht
genutzten HSC-Siebener drei Dinger zum 6:5 entgegen setzten (12.). Nach dem 7:7 durch einen verwandelten Siebenmeter von Ronny Göhl verlor der HSC aber seine Linie und geriet in den folgenden acht Minuten über 10:7 und 12:8 beim 14:9 (22.) sogar mit fünf Treffern in den Hinterhalt. Drei Kracher von Wolf innerhalb von 90 Sekunden zum 12:14 und einem Tor zum 13:15 nach HSC-Timeout brachte Coburg aber schnell wieder auf Schlagdistanz. Drude und Knauer in der vorletzten Sekunde verkürzten den Rückstand auf 15:16 zur Pause.
Baunatal legte nach dem Wechsel jeweils vor, während Gäste mit ihrem variablerem Angriffsspiel durch Wolf, Knauer, Kellner, Göhl und Franke (20:21/41.) stets postwendend dagegen hielten. Aber mit Vogel, Geßner und Räbiger (zusammen 20 Treffer) hatten die Coburger immer wieder Probleme. Beim Stand von 20:24 nahm Röhrig ein schnelles Time-Out. Seiner neuen Linie mit dem aus der Deckung vorgezogenen Niklas Franke brachte den Gastgeber ins Stocken und als Härtl nach dem 21:25 mit einem Sturmlauf ohnegleichen innerhalb von nu fünf Minuten auf 25:26 verkürzte und Jakob Knauer kurz darauf den Gleichstand zum 26:26 erzielte (52.), war der Heimverein sichtlich geschockt. Auch das 27:26 durch Räbiger konnten die nun willensstarken HSCler nicht mehr bremsen. Mit einem Viererlauf durch Kellner, Schramm und zweimal Göhl (ein Siebenmeter) war die Partie beim Stand von 27:30 knapp drei Minuten vor dem Abpfiff entschieden, da Coburg diesmal die Übersicht behielt und sich auch vom Time-Out der Gastgeber nicht mehr beeindrucken ließ. In dieser Verfassung kann das Klassenziel durchaus geschafft werden.


Stimmen zum Spiel

Ronny Göhl (fünf Tore): Durch ein paar blöde Schiedsrichter-Entscheidungen lagen wir in der zweiten Halbzeit plötzlich wieder mit vier Toren hinten. Mit der Umstellung zur 5:1-Deckung wurde nicht nur die Abwehr stärker, sondern wir fanden auch zur guten mannschaftlichen Leistung zurück. Wir haben viele Emotionen und Leidenschaft gezeigt und damit verdient beide Punkte geholt. Mit dem gleichen Auftreten in den nächsten Spielen werden wir die Klasse halten.
Max Drude (ein Treffer): Wir haben verdient gewonnen. Wir haben mit einer kämpferischen Leistung Gas gegeben. Von daher haben wir Grund zum Feiern. Es war eine positive Rückmeldung im Abstiegskampf. Jetzt sind wir zuversichtlich für das nächste Spiel bei der HSG Rodgau Nieder-Roden.