Der Adelsdorfer Wolfgang Mauer von Holzbau Willert ist sauer: Er kämpft mit den parkenden Fahrzeugen an der Ecke Alte Burgstraße/Wiesenstraße. Nur mit Müh und Not kommt er mit seinem 18-Tonner um die Kurve. Bürgermeister Karsten Fischkal stellte im Zuge einer Ortsbegehung durch den Bau- und Umweltausschuss klar, dass es Regeln gebe, die besagen, dass im Kreuzungsbereich eine fünf Meter lange parkfreie Zone eingehalten werden müsse. Der entsprechende Anwohner gelobte Besserung und parkte auch gleich sein Fahrzeug um.

Dieter Feulner sieht das Problem in der ganzen Alten Burgstraße. „Da vorne wird kein vernünftiges Parken eingehalten“, beschwert er sich und deutet in Richtung Raiffeisenbank. Besonders die Rentner, die früh ins Café gingen, würden dort kreuz und quer parken. Auch für diesen Bereich hat Fischkal einen Vorschlag, den er in der anschließenden Sitzung präsentiert. Als Erstes soll eine einwöchige Messung von Zahl und Geschwindigkeit der Autos stattfinden. Zudem soll die Verkehrsüberwachung intensiviert werden, denn im Bereich der Spielstraße ist Parken nur auf markierten Plätzen erlaubt.

Der Versuchsballon

„Unser Marktplatz ist nicht der Repräsentativste“, sagte er dann und schlug vor, gegenüber des griechischen Restaurants quasi als Versuchsballon für vorerst fünf bis sechs Wochen die Pflöcke rauszunehmen und Flächen für Querparker mit Parkzeitbegrenzung einzuzeichnen. Auch der Behindertenparkplatz ist ihm aufgrund des Kopfsteinpflasters ein Dorn im Auge. Der Vorschlag Andreas Dittners (FW), den Parkplatz vor dem Tattoo-Studio in einen Behindertenparkplatz umzuwandeln, traf auf große Resonanz und soll zeitnah umgesetzt werden.

Bezüglich des Antrags von Bündnis 90/Die Grünen zur Verankerung umwelt- und klimapolitischer Ziele bei der Genehmigung von Neubauten kam es zu einer äußerst hitzigen Diskussion zwi-schen Sabina König (Grüne) und Nobert Birkner (ABWI), insbesondere was das Vorschreiben von Photovoltaik- und Solaranlageninstallation betrifft. Während Birkner der Meinung war, dass der „Häuslebauer sein Häusle bauen können soll, wie er mag“ und dass die Zeiten schlecht seien, war König der Ansicht, dies sei nur eine faule Ausrede, „Die Zeiten sind vorbei, dass wir so rumhampeln können! Wir sehen doch alle die Klimaveränderung!“

Schottergärten sind jetzt verboten

Fischkal schlichtete, so dass am Ende der Beratung folgende Empfehlungen an den Gemeinderat gehen sollen: Über die Installation von Photovoltaik- und Solaranlagen soll nach vorheriger Diskussion und Abwägung entschieden werden. Der Einbau von Speicherzisternen wird künftig vorgeschrieben und Schottergärten werden im gesamten Gemeindegebiet verboten. Zudem wird beim Einbau von Photovoltaik kein Nachlass auf den Kaufpreis gewährt, weil Adelsdorf laut Bauamtsleiter Peter Müller und Fischkal bereits eine Vorreiterrolle einnimmt, indem beispielsweise Photovoltaik gefördert wird. Der Bau des Nahwärmenetzes und die Bewerbung um den „Energy Award“ stellen einen weiteren Beitrag zu dem dar, was Adelsdorf im Bezug auf Klima- und Umweltschutz leistet.