Die VR-Bank Erlangen-Höchstadt-Herzogenaurach kann auf eine erfreuliche Entwicklung ihrer Geschäftszahlen im Jahr 2020 zurückblicken. Vor allem im Kreditbereich – bedingt durch eine

ungebrochene Nachfrage nach Immobilien –, aber auch im Wertpapierbereich konnte man

eigenen Angaben zufolge zulegen. Und zwar trotz der massiven Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Wirtschaft und Bankenmarkt.

„Durch den engen Kontakt zu unseren Privat- und Firmenkunden, durch die Vergabe von staatlich verbürgten Kreditmitteln sowie die Möglichkeit der Tilgungsaussetzung konnten wir rechtzeitig unterstützen. Insgesamt sind unsere Kunden bisher vergleichsweise gut durch die Pandemie gekommen“, beschreibt Vorstandschef Johannes Hofmann den Geschäftserfolg .

Kreditvolumen steigt

Die Kreditneuausreichungen beliefen sich 2020 auf 380 Millionen Euro . Davon entfielen 240 Millionen Euro auf gewerbliche Kredite (Steigerung um 9,4 Prozent) inklusive Kredite der Förderbanken . 140 Millionen Euro (Steigerung um 15,9 Prozent) machten Baufinanzierungskredite aus sowie das im letzten Jahr aufgenommene Plattformgeschäft, d.h. die Einreichung von Baufinanzierungen über digital gestützte Vermittlerplattformen. Das gesamte Kreditvolumen konnte somit um 10,9 Prozent auf 1,08 Milliarden Euro ausgeweitet werden, wovon Immobilienfinanzierungen einen Anteil von 638 Millionen Euro einnahmen. „Der Immobilienboom ist auch in Corona-Zeiten ungebremst“, so Hofmann.

Als Folge dessen stieg die Bilanzsumme von Mittelfrankens

zweitgrößter Genossenschaftsbank von 1,78 Milliarden auf 1,84 Milliarden Euro . Allerdings habe dieses Wachstum auch seine Schattenseiten, ergänzt Vorstandsmitglied Hans-Peter Lechner. Ein nach wie vor hoher Anteil an kurzfristigen Einlagen könne wegen der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zen­tralbank nicht mehr rentierlich angelegt werden. „Deswegen legen auch immer mehr Anleger in Wertpapieren an.“ Dies wird sichtbar in einem höheren Depotvolumen (plus 4,5 Prozent) sowie im Anlagevolumen beim genossenschaftlichen Verbundpartner Union Investment .

Zum Provisionsüberschuss von 11,6 Millionen Euro trug das Wertpapiergeschäft 3,9 Millionen Euro bei. Insgesamt ging das Provisionsergebnis jedoch um 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück – nicht zuletzt aufgrund des fehlenden Ertragsanteils aus dem eigenen Reisebüro TUI ReiseCenter.

Dass das gesamte betreute Kundenvolumen der VR-Bank um vier Prozent auf 3,7 Milliarden Euro wuchs, wertet man als

Vertrauensbeweis.

Das Zinsergebnis belief sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 20 Millionen Euro (minus 2,6 Prozent), der Jahresüberschuss konnte um 12,7 Prozent auf 1,5 Millionen Euro gesteigert werden. Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen reduzierten sich um 2,9 Prozent auf 8,6 Millionen Euro .

„Insgesamt weisen alle Zahlen auf einen soliden Wachstumsspielraum hin, um alle Herausforderungen in der Corona-Krise weiter zu meistern“, so Lechner.

Vor Dreier-Fusion

Die diesjährige Vertreterversammlung sieht weitreichende Beschlüsse vor: Als oberstes Entscheidungsgremium hat sie diesmal über die Dreier-Fusion der VR Bank Nürnberg, der VR meine Bank Fürth-Neustadt-Uffenheim und der Erlanger VRBank zu entscheiden. red