Der Vorstand der Stadt- und Kreissparkasse Erlangen Höchstadt Herzogenaurach blickt mit gemischten Gefühlen auf das abgelaufene Geschäftsjahr zurück. „Wir sind sehr gut in das Jahr 2020 gestartet und haben uns viel vorgenommen“, so Johannes von Hebel, Vorsitzender des Vorstandes. „Die Corona-Pandemie hat uns, wie alle anderen auch, vor besondere Herausforderungen gestellt.“

In solchen Zeiten kommt dem öffentlichen Auftrag der Sparkasse eine besondere Bedeutung zu. Während andere Institute ihre Geschäftsstellen über längere Zeit schlossen, hielt die Sparkasse ihren Geschäftsstellenbetrieb aufrecht.

Mit einem Jahresüberschuss nach Steuern von annähernd 8 Millionen Euro konnte das Vorjahresergebnis trotz aller Herausforderungen konstant gehalten werden.

Seit Jahren verzeichnet die Sparkasse einen deutlichen Zuwachs der Bilanzsumme . Zum Ende des Jahres überschritt diese erstmals die Grenze von 7 Milliarden Euro . Mit 7,10 Milliarden lag sie um 630 Millionen über dem Vorjahreswert. Getrieben war der erneute Anstieg vor allem durch die weiterhin hohe Sparneigung und die durch Corona verursachte Konsumzurückhaltung. So nahmen die Kundeneinlagen um mehr als zehn Prozent auf 6,01 Milliarden Euro zu.

„Trotz dieses bilanziellen Zuwachses spielen Geldanlagen in den klassischen Sparprodukten aufgrund des anhaltenden Niedrigzinsniveaus eine zunehmend untergeordnete Rolle.“ beschreibt von Hebel die Entwicklung, insbesondere mit Blick auf das Wertpapiergeschäft . „Für den kontinuierlichen Vermögensaufbau setzen viele unserer Kunden neben kurzfristig verfügbaren Einlagen und die Investition in Immobilien mittlerweile vor allem auch auf Anlagen in Wertpapieren und Fonds-Beteiligungen.“ So war das Jahr 2020 für die Sparkasse im Wertpapiergeschäft das erfolgreichste überhaupt.

Bisher kaum Kreditausfälle

Betrachtet man die andere Seite der Bilanz, lässt sich festhalten, dass die Kundenforderungen im Geschäftsjahr um 237 Millionen bzw. rund sieben Prozent auf 3,82 Milliarden Euro zunahmen. Dahinter stehen Neubewilligungen von mehr als 1,1 Milliarden Euro . Über die Hälfte entfiel dabei auf gewerbliche Kunden . Dennoch reichte dieses Ergebnis nicht aus, die über das Jahr zufließenden Mittel adäquat wieder auszureichen bzw. anzulegen.

Auch Finanzierungen in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie spielten in 2020 eine Rolle. Dabei handelte es sich im Wesentlichen um Förderdarlehen der LfA und KfW sowie um sparkasseneigene Mittel. Auch mit Ratenreduzierungen und Tilgungsstundungen konnten die negativen Auswirkungen der Pandemie abgefedert werden. „Auch wenn die Wertberichtigungen im Kreditgeschäft bisher noch auf niedrigem Niveau blieben, werden die nächsten zwei bis drei Jahre zeigen, welche Auswirkungen Corona wirtschaftlich in der Region hinterlässt“, blickt Reinhard Lugschi, stellvertretender Vorsitzender, vorsichtig in die Zukunft.

Bei den wohnwirtschaftlichen Finanzierungen lagen die Neuzusagen in Höhe von rund 450 Millionen Euro deutlich über dem Vorjahreswert von rund 390 Millionen. Darunter fielen vor allem der Kauf bzw. Bau von Immobilien zur Eigennutzung oder zur Vermietung sowie größere Modernisierungsmaßnahmen. Mithilfe der Sparkasse verwirklichten damit rund 1500 Familien ihren Traum vom Eigenheim.

Trotz des schwierigen Marktumfeldes unterstützte die Sparkasse 2020 Vereine und Institutionen in der Region mit rund 1,6 Millionen Euro. red