Schon vor einigen Jahren begannen im Aurachtaler Gemeinderat die Überlegungen, die Ortsmitte in Münchaurach im Rahmen des städtebaulichen Entwicklungskonzeptes neu zu gestalten. Denn nach dem Abriss eines ehemaligen Wohn- und Geschäftshauses am Abzweig der Fürther Straße konnte das Ziel, eine neue Mitte für Münchaurach zu schaffen, konkretisiert werden.

Die Brachfläche am Feuerwehrgerätehaus sollte einen Aufenthaltscharakter bekommen und auch die Einmündung der Fürther Straße sollte überarbeitet werden. Etwa was den Kurvenradius angeht, da es beim Begegnungsverkehr von Lkws immer wieder zu Problemen kommt. Geplant war auch die Einbeziehung des Kriegerdenkmals und eines Teils des früheren Klosterfriedhofes sowie der Fläche der Feuerwehr.

Im Rahmen eines Bürger-Workshops wurde die Planung vorgestellt und Anregungen aus der Bevölkerung aufgenommen, um dem Wunsch nach einem Wohlfühlbereich mit Grün- und Fußwegen sowie Sitzgelegenheiten, Pflanzbeeten und einem Pavillon Rechnung zu tragen.

Zur Vorgeschichte: 2016 wurden vorbereitende Untersuchungen zur Ortskernsanierung eingeleitet. Ziel: Es sollte überlegt werden, wie der historische Ortskern langfristig so gestaltet werden kann, dass er tatsächlich seine Funktion als Zentrum ausüben kann. Insbesondere sollte auch wieder ein „attraktiver und lebendiger Mittelpunkt“ entstehen. Im Herbst 2020 stellte der Planer die Maßnahmen vor, über die der Bürgermeister abstimmen ließ. Das Gremium entschied sich einstimmig für die Aufstellung eines Pavillons und mehrheitlich für ein öffentliches WC-Häuschen sowie für eine Abbiegespur, für die das Landratsamt seine Zustimmung signalisierte.

Die Fläche zwischen Feuerwehr und Staatstraße, ausgestattet mit Sitzgelegenheiten, Bepflanzung und einem Pavillon: ein idealer Treffpunkt – so die Vorstellung im Gemeinderat . Zumindest bis zur jüngsten Sitzung, bei der Bürgermeister Klaus Schumann das Gremium mit dem Tagesordnungspunkt „Vorstellung eines alternativen Vorschlags zur Gestaltung des Dorfplatzes in Münchaurach“ überraschte.

Schumann und Planer Frieder Müller-Maatsch informierten das Gremium, dass die Regierung von Mittelfranken mit der Entwurfsplanung nicht einverstanden sei. So regte die Regierung (Städtebauförderung) an, das Konzept zu überarbeiten, da sie in der vorgestellten Form keinen Platz mit Aufenthaltsqualität erkenne. „Unbestritten ist die Unterstützung für eine Verbesserung der Situation vor Ort, jedoch nicht in der geplanten Form. Diese soll nochmals überarbeitet werden“, schrieb dazu die Regierung .

„Jetzt fühle ich mich etwas vor den Kopf gestoßen, war dann alles umsonst“, kommentierte Siegfried Wagner (ÜWB) die Mitteilung und forderte in jedem Fall eine Entspannung der Verkehrssituation.

Reicht der Platz für Doppelnutzung?

Auch den Vorschlag, den Pavillon an der Seite der Staatsstraße zu platzieren, konnte er nicht nachvollziehen. Schließlich wurde das Haus abgerissen, um die Sichtverhältnisse zu verbessern. Unterstützt wurde er dabei von seiner Fraktionskollegin Lisa Scherzer und Jan Heller ( CSU ), die dem Vorschlag des Planers nicht folgen wollen. Denn der sieht in einem Pavillon nicht nur einen Platz für kleinere Feiern, sondern auch einen Unterstand für bis zu vier Autos.

„Der Platz ist zu klein für eine Doppelnutzung, entweder Parkplatz oder Aufenthaltsort“, konnte sich Peter Jordan (ÜWB) ebenfalls nicht für den Vorschlag begeistern. Nach Auffassung des Planers sollte aus städtebaulichen und Lärmschutz-Gründen wieder ein Gebäude errichtet werden.

Mit: „Dann starten wir in eine neue Runde und bis zur nächsten Sitzung könnt ihr euch überlegen, welche Vorschläge ihr dem Planer machen wollt“, schloss der Bürgermeister die Diskussion.