Wegen der Erstkommunionfeiern im April konnte sich die Höchstadter St.-Georgs-Pfarrei nicht an der bundesweiten Gebetsstaffel für die Opfer der Corona-Krise beteiligen. Dies wurde jetzt nachgeholt. Am Sonntag füllten direkt und indirekt von der Krise Betroffene den Kirchplatz, um der Toten , die an und mit Corona gestorben sind, zu gedenken .

In seiner Ansprache stellte Stadtpfarrer Kilian Kemmer die menschliche Erfahrung von Begeisterung, Zustimmung und Sympathie und zugleich von Ablehnung, Enttäuschung und Verzweiflung in Beziehung zum Leben des Jesus von Nazareth . Beifall klatschen und Solidarität bekunden stelle eine ernst gemeinte Anteilnahme dar, wenn auch Konsequenzen einer reinen Sympathiebekundung folgen, so Kemmer. „In einer Krisenzeit offenbaren sich die Charaktere von Menschen hinsichtlich einer Fähigkeit zu Verzicht, Opferbereitschaft und Solidarität .“ Impfdrängeleien, Bereicherung an Masken und Tests würden nur Symptome einer an sich kranken Ursache darstellen.

Gebet an der Lourdesgrotte

Beim Gedenken an die Opfer der Corona-Krise entzündete Gerhard Schlee als Vorsitzender des Heimatvereines eine Kerze für verstorbene Mitglieder von Vereinen, Gruppen und Verbänden an. Johanna Auerbeck, Leiterin des Seniorenzentrums St. Anna, gedachte der Toten in ihrer Einrichtung. Der Anästhesiearzt des Höchstadter Kreiskrankenhauses St. Anna, Tim Schlegel, erinnerte an die Corona-Toten auf der Höchstadter Intensivstation.

Die sonst am Sonntag nach Fronleichnam übliche Prozession endete heuer mit einem Gebet und dem Segen an der Lourdesgrotte, wo sich seit Ausbruch der Pandemie im März vergangenen Jahres täglich Menschen zum Gebet in den verschiedenen Anliegen der Corona-Krise versammeln. Dorthin wurden auch die drei entzündeten Kerzen von ihren „Paten“ getragen. Die Musik der Höchstadter Stadtkapelle umrahmte die Gedenkfeier . LM