Am 9. Februar fand im Pfarrzentrum St. Magdalena die Jahresversammlung der Flüchtlingsbetreuung Herzogenaurach statt. Konrad Eitel begrüßte und informierte über organisatorische Fragen und gab eine – aus Sicht des Leistungskreises pessimistische – Einschätzung zur derzeitigen politischen Gesamtlage der Asyl- und Migrationspolitik.
Georg Bauer legte eine umfassende Erhebung über die Arbeit der Flüchtlingsbetreuung vor: Seit mehr als zehn Jahren werden Menschen mit Migrationshintergrund betreut. Aktuell kümmern sich mehr als 40 Helferinnen und Helfer um etwa 430 bis 440 Flüchtlinge.
Der Einsatz umfasst Hilfe bei Alltagsproblemen und Behördengängen. Der ehrenamtliche Einsatz beläuft sich in Summe auf wöchentlich mindestens 250 Stunden, das entspricht der Arbeit von sieben Ganztageskräften.
Die Statistik eines (!) einzelnen Mitarbeiters über den Zeitraum der vergangenen elf Jahre zeigt: Von den 26 von ihm betreuten Flüchtlingen wurden 16 eingebürgert, bei zwei weiteren läuft der Antrag. Von den 15 Erwachsenen und Jugendlichen haben neun eine feste Anstellung, vom Busfahrer bis zum Vermessungsingenieur, vier sind in Ausbildung. Nur sieben der 26 erhalten noch Sozialleistungen.
Rudi Weber stellte wie in den vergangenen Jahren den detailliert ausgearbeiteten und geprüften Kassenbericht vor. Spenden sind weiterhin erwünscht, um auch finanziell helfen zu können.
Im Anschluss daran wurden in drei Gruppen lebhaft Erfahrungen in der Flüchtlingsbetreuung ausgetauscht und die weitere künftige Arbeit diskutiert. Übereinstimmend beklagt wurde der enorme, manchmal vergebliche Aufwand, den die Bürokratie in den Ämtern abverlangte und der immer wieder zu Frust und Enttäuschung führte. Völliges Unverständnis hat die Flüchtlingsbetreuung gegenüber der Asylwende der neuen Bundesregierung , der Abschiebeoffensive, von der auch Flüchtlinge in Herzogenaurach betroffen sind, den Zurückweisungen und Einschränkungen. Sie widersprächen allen humanen und christlichen Werten. Konkret wurde die jüngst angeordnete Aussetzung von Integrationskursen durch Innenminister Alexander Dobrindt ( CSU ) genannt, die angesichts des Fachkräftemangels auch von Vertretern der Wirtschaft als kurzsichtig und dumm bezeichnet worden sei.
Das bisherige Leitungsteam Konrad Eitel, Wolfgang Seitz und Rudi Weber wurde per Akklamation ohne Gegenstimmer im Amt bestätigt, ebenso die Kassenprüfer Heinz Fichte und Rainer Spenger.
Wolfgang Seitz