Die Medizin der Zukunft steht im Wissenschaftsjahr 2026 im Mittelpunkt. Laut einer Pressemitteilung luden der Bundestagsabgeordnete Konrad Körner , der Präsident der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Joachim Hornegger und Erlangens 2. Bürgermeister Jörg Volleth am Uniklinikum Erlangen der FAU zu einem runden Tisch mit Bundesforschungsministerin Dorothee Bär , Bayerns Innenminister Joachim Herrmann sowie Vertretern aus Forschung und Industrie.
Anlass für die Veranstaltung war die Hightech Agenda Deutschland, mit der die Bundesregierung zentrale Weichen für die technologische Zukunftsfähigkeit Deutschlands stellen will. Die Metropolregion Nürnberg , die mir ihrer engen Verzahnung von Spitzenforschung, innovativen Entwicklungen und medizinischer Exzellenz zu den leistungsstärksten Regionen der Bundesrepublik gehört, bot dafür den passenden Standort, um Vertreter aus Wissenschaft, Medizin, Wirtschaft und Politik miteinander ins Gespräch zu bringen.
Zwei Forschungsgruppen präsentierten ihre Arbeiten. Sarina Müller-Hübner, Roland Nagy und Christoph Alexiou stellten die Fortschritte ihrer Gruppe vor. Sie wollen mit Hilfe von Nano- und Quantenmedizin eine schnellere Diagnose und präzisere Therapieformen ermöglichen, die außerdem bezahlbar sind. Zum Beispiel könnten moderne Quantensensoren Krebszellen und gesunde Zellen anhand ihres Magnetfeldes voneinander unterscheiden. Dafür kommen magnetisch angereicherte Nanopartikel, sogenannte superparamagnetische Eisenoxidpartikel, zum Einsatz. „Diese Technologie ließe sich auch in der Chemotherapie einsetzen“, erklärte Alexiou, „um das Medikament direkt in den Tumor einbringen zu können, da die Eisenoxidpartikel sich so auch steuern lassen. Dies verbessert die Therapieeffizienz und reduziert die Nebenwirkungen.“
Im zweiten Vortrag erläuterte Silvia Budday mit Oliver Schnell und Daniel Delev ihre Forschung an der FAU . Sie analysieren das menschliche Gehirn mechanisch und entwickeln daraus Computermodelle, die Diagnose- und Behandlungsmethoden verbessern können. „Messungen der mechanischen Eigenschaften vor und während einer OP ermöglichen es, ansonsten nicht identifizierbares erkranktes Gewebe ‚sichtbar‘ zu machen“, so Budday. „So lässt sich dieses gezielt und sicher entfernen.“ Außerdem könnten mechanikbasierte Computersimulationen individuelle Krankheitsverläufe vorhersagen, um die Ursachen besser zu verstehen und Entscheidungen über die optimale Behandlung zu erleichtern. red