Die echten Kerwafans schreckt sogar das WM-Desaster kaum. Statt des Matches gegen Frankreich als potenziellen Gegner haben die Gäste der Sommerkerwa das Fan-Outfit schon abgestreift und feierten den Frust weg. Gerade die lauschigen Temperaturen schufen den Rahmen für das perfekte erste Kerwawochenende.
Während es den DFB-Spieler an der nötigen Präzision für den Erfolg mangelte, hatte rund um das Anzapfen des ersten Fasses Bürgermeister German Hacker mehr Glück. Ihm hatte schon der erste Schlag genügt. Chance effizient genutzt wie früher Gerd Müller – und das kühle Nass durfte verteilt werden.
Als Highlight des ersten Kerwasamstages diente das Aufstellen der Kerwabäume. Ja, Plural. Denn als echte Premiere für die Sommerkerwa gab es dieses Jahr auch für die Kids das traditionelle Grün, das sie sogar selbst schmücken sowie platzieren durften.
Erst dann kamen die Großen und zogen ihr Prachtstück gekonnt hoch. Das ganze Spektakel gestalteten die zünftigen Weisen der „Ehemaligen“, und viele Kerwagäste feierten die alte Tradition. Viele hatten schon das Spektakel des Umzuges genossen, als die Kerwaburschen und Kerwamadli durch die Stadt zogen und die Kerwabäume per Trecker ans Festgelände karrten.
Ganz ohne Hitzewelle. Ganz ohne Gewitter. Für das Auftaktwochenende hatte die Sommerkerwa echtes Glück. Selbst wenn die Fußballgötter anders entschieden hatten, die Wettergötter waren Herzogenaurach jedenfalls gewogen.
Das gefiel besonders den Festwirten, die die vielen Kerwagäste ganz fleißig bewirtet hatten. Typisch für die Sportstadt Herzogenaurach schaffen es gerade die engagierten Vereine wie Handballer oder die Basketballer, dass das Flair der Sommerkerwa so lustig und entspannt ist, und dass die Gäste süffige Getränke und leckere Speisen genießen dürfen.
Für dieses Ambiente sorgen auch die Musiker, die jeden Tag das Podium erobern und die Kerwa passend gestalten.
So hatten „Stranger“ und „GremsRock“ die ersten beiden Kerwaabende des Weihersbachgeländes durch recht fetzige Shows präsentiert.
Softer hatte man dagegen den Kerwasonntag designt, an dem die Ehemaligen sowie die Bläserphilharmonie spielten, während dann Big Discussion das Flair des Sonntagabends der Kerwa gestaltete.
Selbst einen Kerwasegen gab es. Denn das Podium des idyllischen Geländes diente ganz traditionell als Ort für den Kerwagottendienst.
Für die Jüngsten ist das Verkehrsübungsgelände gegenwärtig das Highlight des Tages.
Sobald die Kerwabäume standen, ergatterten viele die schönsten Vehikel des Scooters, kauften die ersten Lose oder drehten tolle Runden auf dem Riesenrad, das, so hatte es Bürgermeister Hacker schon betont, für die meisten echtes Kerwaflair herbeizauberte.
Für die jungen Gäste hatte der neue Streetworker der Stadt coole Aktionen parat: Rafael „Rafi“ Strzodka und Praktikantin Laura nutzten als ihr Motto „Wasser knallt krasser“, als sie den jüngeren Kerwagästen die Gefahren des Alkohols zeigten und ihnen Tipps für den gesunden und geschützten Kerwaspaß anboten.
Wer das Startwochenende der Sommerkerwa jetzt verpasst hatte, hat ganz viele Optionen für die folgenden Tage. Etwa den Familientag (9. Juli), an dem Festwirte sowie die Schausteller tolle Preise parat haben, den Seniorentag (8. Juli), den die Musiker der Schaeffler-BigBand gestalten, oder den heutigen Montag, an den die Ehrenämtler geehrt werden.
Der Start ins Kerwaglück war auf alle Fälle ziemlich weltmeisterlich. Für viele der triftige Grund, dass das Ausscheiden der Deutschen leichter zu verschmerzen war.