Sebastian ist kein bisschen aufgeregt. Stolz und souverän präsentiert er seine „Stimme für Inklusion“ Landrat Alexander Tritthart und dem geschäftsführenden Vorstand der Lebenshilfe Erlangen-Höchstadt, Josef Hennemann. Der 15-Jährige ist der Protagonist der ersten Videoclips, die im Zuge des Projekts „Einfach Miteinander“ entstanden sind.

Im Rahmen dieses Inklusions-Projekts der Bildungsregion Erlangen-Höchstadt arbeiten die Lebenshilfe Erlangen-Höchstadt, der Kreisjugendring Erlangen Höchstadt und die Lebenshilfe Erlangen als Kooperationspartner zusammen. Ziel ist es, Jugendliche mit Beeinträchtigung von Anfang an im Projekt zu beteiligen. Sie sind Experten für ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse – auch im Bereich einer selbstgewählten Freizeitgestaltung.

Daher erklärt auch Sebastian, was er gerne macht und was er sich wünscht: Jugendliche mit und ohne Beeinträchtigung sollen zusammen Freizeit verbringen können. Auch in bestehenden Angeboten der Jugendarbeit .

Die Videoclips sind anlässlich des Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung in Zusammenarbeit von Jugendlichen und den Projektmitarbeitern entstanden. Seit dem gestrigen Mittwoch werden sie nach und nach auf der Homepage des Kreisjugendringes und der Lebenshilfen veröffentlicht.

„Dem Thema Inklusion und den Jugendlichen selbst auf Dauer eine Stimme zu geben ist notwendig, um Inklusionsprozesse Stück für Stück unter der Beteiligung von Jugendlichen und Fachleuten aus der Jugendarbeit und der Behindertenhilfe zu verstetigen, statt auf Dauer eine Landschaft mit einzelnen inklusiven Projekten zu erhalten“, erklärt Landrat Tritthart. „Hierfür braucht es langfristige, dauerhafte Strukturen und eine gesicherte Finanzierung von Fachstellen und allen sonstigen Rahmenbedingungen.“

Die Pandemie schränkt alle Menschen in ihren Teilhabemöglichkeiten ein. Menschen mit Beeinträchtigung und deren Familien sind davon aber oftmals noch härter getroffen. Josef Hennemann von der Lebenshilfe Erlangen-Höchstadt in Herzogenaurach hält fest: „Inklusion und das Recht auf Teilhabe sind auch ohne Corona Themen, die auch über zehn Jahre nach der UN-Behindertenrechtskonvention gezielt angesprochen und etabliert werden müssen. Letztendlich geht es um eine gesamtgesellschaftliche Anstrengung, der durch die Politik die notwendigen Möglichkeiten zur Umsetzung gegeben werden müssen.“

Am europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung laden zahlreiche Verbände und Organisationen der Behindertenhilfe und -selbsthilfe zu vielen verschiedenen Aktionen ein, um auf die Situation von Menschen mit Behinderung in Deutschland aufmerksam zu machen. Dieses Mal lautet das Motto: „Deine Stimme für Inklusion – mach mit!“

Es ist ein Aufruf an alle Menschen, Missstände aufzudecken, Teilhabe-Barrieren sichtbar zu machen und Menschen mit Behinderung dabei zu unterstützen, sich für ihre Rechte einzusetzen – für mehr Miteinander statt Nebeneinander. Trotz erschwerter Bedingungen durch die Corona-Pandemie , haben unzählige Menschen neue Wege gefunden, um weiterhin Corona-konforme Aktionen und Projekte umzusetzen. red