Johann Ruß, von allen nur der „Boder Hans“ genannt, hat seinen 90. Geburtstag gefeiert. Neben der Nachbarschaft und vielen Freunden kamen auch Zweiter Bürgermeister Günter Münch, stellvertretender Landrat Manfred Bachmayer (die Grünen), Altbürgermeister Armin Goß, der Gemeinderat und Bürgermeisterkandidat Nico Kauper für die CSU, Waltraud Burkhardt, Vorständin der FFW Neuhaus mit Tochter Anna, Harald Hasieber, Vorstand des TSV Neuhaus , Vertreter des Schützenvereins Neuhaus , Lorenz Mölkner vom VdK Adelsdorf mit Geschenken und guten Wünschen zum Gratulieren. Der ehemalige Friseursalon füllte sich immer mehr mit Gratulanten und das Geburtstagskind freute sich sichtlich.

Sein Name „Boder Hans“ ist schnell erklärt: Johann ist gelernter Friseur – früher Bader genannt – und ist nicht nur in Neuhaus , sondern in ganz Adelsdorf und Umgebung bekannt und beliebt gewesen. Zu seinen Kunden zählten unter anderem die Altbürgermeister Ewald Münch und Armin Goß.

Hans ist in Neuhaus geboren. Seine Eltern waren Elisabeth und Michael Ruß. Schon der Vater war Friseur und dazu noch Landwirt. Er hatte zwei Schwestern , von denen noch eine in Neuhaus lebt. In Neuhaus besuchte er die Volksschule. „Mein Lehrer war Heinrich Braungardt“, erinnerte er sich. Der Jubilar erlernte das Friseurhandwerk, das er bis vor kurzem auch noch ausübte. „Am Ende des Krieges kamen die Amis durch Neuhaus und für uns gab es immer Kaugummis“, erinnert er sich. Verheiratet war er seit 1960 mit seiner Anni, eine Neuhauser Försterstochter, die leider schon 2018 gestorben ist. „Ich vermisse sie sehr, denn 40 Jahre waren wir verheiratet“, erzählt er sichtlich traurig.

Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor. Sohn Markus arbeitet in Brüssel und Tochter Marion ist nach einem Türkeiurlaub mit ihrem Mann an einem Virus gestorben. Hans ist stolz auf seine Enkelin Alina. Seine Hobbys waren Fußball und Politik. Heute trägt er noch mit Stolz zu jeder Gelegenheit seine CSU-Anstecknadel. Er war offizieller Schiedsrichter und besuchte die Sportschule München und da bekam er den Spitznamen „Pfiff“. 40 Jahre war er Vorstand der Neuhauser Jagdgenossenschaft . Auch ist er Mitglied im Förderverein des BRK. Auf viele Ehrungen ist er sehr stolz: 70 Jahre Feuerwehr Neuhaus und TSV Neuhaus , Dankesurkunde von der Gemeinde für zwölf Jahre als Gemeinderat und Ehrenurkunde der Gemeinde für das Wirken als Gemeinderat und als Gemeindediener im Jahr 2003. Es gab viel zu erzählen und etliche Erinnerungen an früher wurden bei Sekt und Häppchen ausgetauscht.

Mit 90 Jahren ist man natürlich nicht mehr ganz so fit. Seine Knie machen ihm zu schaffen, aber er hält sich tapfer. „Operieren lass ich mich nimmer“, erklärt er. Der Boder lebt allein in seinem Haus und versorgt sich weitgehend selbst. Die Schwiegertochter kommt öfter vorbei, macht seine Wäsche und kauft für ihn ein. „Für die Zukunft wünsch’ ich mir nur G’sundheit und noch a bissele Glück“, verrät er. Einen Tipp, wie man so alt wird, hat er auch parat: „Zufriedenheit und Sport haben mich jung gehalten.“

Mit der Familie und Freunden feierte er am Abend im Gasthof Schmidt. Johanna Blum