Der 22. Internationale Comic-Salon Erlangen endete am Sonntagabend. Laut einer Pressemeldung zeigten sich die Messeaussteller sowie das veranstaltende Kulturamt der Stadt Erlangen sehr zufrieden mit der Resonanz. Über 35.000 Menschen kamen, was einen neuen Besucherrekord darstellt.
Vier Tage lang drehte sich in Erlangen alles um die Comic-Kunst. Rund 300 Messeaussteller und 600 Künstler präsentierten in den Messezelthallen ihre Werke. In der Innenstadt konnten die Besucher 19 Ausstellungen entdecken. Das Programm umfasste weit über 300 Veranstaltungen, die oft anspruchsvolle kulturpolitische, künstlerische und gesellschaftliche Themen behandelten und auf große Resonanz stießen.
Der vor kurzem neu eröffnete Kultur- und Bildungscampus (kubic) fungierte als neues Festivalzentrum und lockte etwa 5000 Besucher mit dem Programm „Kinder lieben Comics“, darunter Workshops, offene Werkstätten, Lesungen, Live-Zeichen-Aktionen und eine Rallye. Zu den Highlights zählten „ Christoph Niemann . Auf den Punkt“ im Kunstpalais, „Was gibt’s denn da zu lachen? Die komische Kunst des Walter Moers “ im Stadtmuseum, „Silent Comics. Wie man ohne Worte viel sagen kann“ und „Isabel Kreitz – Der Stift ist mein sechster Finger“ sowie die Simpsons-Schau.
„Der perfekte Ort“
Der Egmont Ehapa Verlag feierte in Erlangen den Auftakt zu „75 Jahre Micky Maus Magazin“ und erklärte: „Der Internationale Comic-Salon ist für uns immer wieder der perfekte Ort, um mit den Fans und unseren Künstlern die Premieren und Neuerscheinungen zu feiern.“
Bei einer Bilanz-Runde am Sonntagnachmittag unter der Moderation von Alex Jakubowski blickten Verlagsvertreter auf das Festival und die Branche. Die Stimmung zeige sich zurückhaltend optimistisch, da steigende Produktionskosten und sinkende Kaufkraft die Verlage vor Herausforderungen stellen, besonders bei hochwertig produzierten Büchern. Immerhin wächst der Comic-Markt im Gegensatz zum allgemeinen Buchmarkt .
Steffen Volkmer von Panini Comics sieht ungenutzte Potenziale der grafischen Literatur: „Der Markt ist immer noch nicht voll erschlossen.“ Dirk Rehm von Reprodukt ergänzte, dass mehr Comics deutschsprachiger Künstler erscheinen sollten, die Themen des deutschsprachigen Raums aufgreifen. Der Internationale Comic-Salon spiele dabei eine wichtige Rolle, um neue Zielgruppen zu gewinnen. Dennoch könne kaum ein Künstler in Deutschland vom Comiczeichnen leben.
Das Thema Künstliche Intelligenz war beim Abschluss-Panel präsent. Im Printbereich rechnen die Verlage derzeit nicht damit, dass KI-generierte Comics den Markt bestimmen werden. Marie-France Lombardo von der Schweizer Edition Moderne betonte, dass das Publikum Interesse an den Menschen hinter den Büchern zeige. Künstler aus dem Publikum forderten jedoch eine klare Haltung der Comic-Verlage sowie ausdrücklich eine Ächtung von KI-generierten Comics.
Walter Moers bleibt noch
Im Rahmen des Comic-Salons fand die Verleihung des Max-und-Moritz-Preises in acht Kategorien statt. Als bester deutschsprachiger Comic wurde „Der verkehrte Himmel“ von Mikael Ross ausgezeichnet. Franz Suess erhielt die Auszeichnung als bester deutschsprachiger Comic-Künstler.
Mehrere Ausstellungen laufen auch nach Ende des Comic-Salons weiter: Darunter „Was gibt’s denn da zu lachen? Die komische Kunst des Walter Moers “ bis 13. September. red