Zum Nabel der fränkischen Bierwelt avancierte der Höchstadter Kellerberg am vorletzten Wochenende im Juli. Die Mitglieder des Vereins zur Förderung der Fränkischen Braukultur kamen an die Aisch, um sich mit den Mitgliedern des Kellerbergvereins auszutauschen.
Mitgebracht hatten die Besucher um ihren Vorsitzenden Kurt Adler natürlich Selbstgebrautes, Junkersdorfer Helles, "Schwarze Natascha", ein dunkles Bier, und Junkersdorfer Festbier. Außerdem spendierte Jochen Buchelt, der "Bierologe" des Heimatvereins Erlangen, nachträglich zu seinem runden Geburtstag ein helles, besonders gehopftes, untergäriges Spezialbier in der Tradition des einstmals an vielen Orten dieser Welt gebrauten Erlanger Biertyps. Eingebraut wurde es bei den Steinacher Handwerksbrauern H. & H. Greiner, dem Brauereigasthof Ankerbräu in Steinach/Thüringen.
Wobei Buchelt großen Wert auf einheimische Rohstoffe legte. Verwendet wurden weiches Brauwasser aus dem Thüringer Schiefergebirge, helles Malz von Klostermalz in Frauenaurach und helles Spezialmalz von Steinbach aus Zirndorf. Gleich vier Hopfensorten kamen zum Einsatz: Hallertauer Magnum, Hersbrucker Spät, Hallertauer Amarillo und Spalter Cascade. In Gärung gebracht wurde der Sud mit untergäriger Kitzmann-Bierhefe.


Trinken bevor es schlecht wird

Das höchst genussfähige Ergebnis mit seiner starken Hopfung trägt den Titel "Steinacher Vier-Hopfen Erlanger". Gebraut wurde es am Gründonnerstag und am 3. Mai in Flaschen abgefüllt. Der einzige Nachteil des süffigen Stoffs - er ist nur begrenzt haltbar und sollte möglichst umgehend getrunken werden. Das ließen sich die Anwesenden nicht lange sagen und ließen sich das Spezialbier munden.
Der Vereinsvorsitzende Kurt Adler konnte auch Erfreuliches aus der Vereinstätigkeit mitteilen. Der Verein zur Förderung der Fränkischen Braukultur verfügt nunmehr mit Michael Rottner (Nr. 200) und Georg Rottner (Nr. 201) über 201 Mitglieder. Michael Rottner hatte eine Brauerlehre bei der Erlanger Brauerei Kitzmann absolviert und am 13. Juli seine Prüfung zum Brauer in Karlstadt am Main mit sehr gutem Erfolg abgelegt. Als eine Schulaufgabe hatte er ein Weißbier gebraut. Rottner wird auch weiterhin bei der Brauerei Kitzmann arbeiten.
Da der Verein zur Förderung der Fränkischen Braukultur am 2. 2. 2002 gegründet wurde, trug Adler, mit dieser ungewöhnlichen Zahlenkombination im Hinterkopf, Brauereichef Peter Kitzmann die Ehrenmitgliedschaft mit der Mitgliedsnummer 202 an, was dieser auch gerne annahm. Die Mitglieder der beiden Vereine konnten außerdem die Kegelbahn auf dem malerischen Gelände des Petersbeckskellers zu einem kleinen Turnier nutzen und ihr Geschick unter Beweis stellen.
Manfred Welker