Dieser Tage trafen sich die Mitglieder des Historischen Vereins des Landkreises Haßberge im "Schafhof", um ihre jährliche Mitgliederversammlung abzuhalten. Rund jedes fünfte Mitglied wohnte der Versammlung bei, was für einen Verein auf Landkreisebene "eine durchaus beachtliche Quote ist", wie der Verein mitteilte. Das hohe Interesse führt der Verein auch auf die Planungen zur Schaffung eines Jubiläumsbandes im 15. Jahr des Vereinsbestehens 2020 zurück.
Zum Jubiläum will der Verein ein Buch mit Arbeiten zur kreisweiten Heimatgeschichte veröffentlichen. Ausdrücklicher Wunsch ist dabei, dass nicht nur die bekannten Autoren der letzten Jahre zur Feder greifen, sondern auch bislang eher stille Mitglieder einen Beitrag liefern. Sollten es mehr Beiträge werden, als es der Druck eines überschaubaren Werkes zulässt, zieht der Historische Verein durchaus mehrere Bände in Erwägung.
Doch bevor dieses Thema durch den Zweiten Vorsitzenden Thomas Schindler vorgestellt wurde, musste der Verein seine satzungsgemäßen Pflichtaufgaben abarbeiten. Vorsitzender Wolfgang Jäger eröffnete die Versammlung, ehe der Zweite Bürgermeister von Theres, Manfred Rott, ein lobendes Grußwort an die Anwesenden richtete.
Einen ausführlichen Tätigkeitsbericht erstattete Wolfgang Jäger. Rund 20 Veranstaltungen, Ausschuss- und Vorstandssitzungen nicht eingerechnet, hat der Verein seit der letzten Mitgliederversammlung ausgerichtet. Exkursionen, Ausflüge, Vorträge und Führungen gehörten ebenso dazu wie die Unterstützung bei wissenschaftlichen Maßnahmen. Die "Sommerreisen" im August, organisiert von Burkard Hauck, seien beispielhaft genannt, ebenso die finanzielle und personelle Unterstützung bei der Suche nach der ältesten Burg in Burgpreppach oder die Inventarisierung des umfangreichen archäologischen Depots in Knetzgau.


Vielfältige Aktivitäten möglich

Anschließend folgte man den Berichten zur Mitgliederentwicklung und Kassenlage. Der Historische Verein kann sich bislang des allgemein zu beobachtenden Mitgliederschwunds erwehren und die solide Vereinskasse, von der Schatzmeister Klaus Kunkel berichtete, erlaubt weiterhin vielfältige Aktivitäten. Die einstimmige Entlastung des Vorstandes war somit keine Überraschung.
Schriftführer Mark Werner rief in einem Kurzvortrag alle Mitglieder dazu auf, noch mehr Veranstaltungen zur Heimatgeschichte vor Ort anzubieten. Ob Vorträge, Führungen oder Berichte zur Veröffentlichung in den Medien - nach Werners Ansprache sollten viel mehr regionale Aktionen realisiert werden, damit die Heimatnähe des Vereins noch deutlicher wird. Dies sollte sich positiv auf die Zahl der Neueintritte auswirken, was für den langfristigen Erfolg des Vereins unablässig sei, sagte er.


Historische Erkenntnisse

Es folgten die bereits erwähnten Erläuterungen zum geplanten Jubiläumsband, ehe die Mitglieder noch einige Fragen unter dem Punkt "Verschiedenes" behandelten.
Vereinsmitglied und Sprachwissenschaftler Joachim An-draschke klärte die gespannte Zuhörerschaft über seine neuesten Erkenntnisse zur Bedeutung des Namens Sintheristein auf, die gerade für den Versammlungsort Obertheres interessant waren. Noch mehr Lokalbezug hatte der anschließende Vortrag des Zweiten Vorsitzenden und Archivars Thomas Schindler zum Kloster Theres und seinen Dörfern in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Anschließend blieb man noch in gemütlicher Runde bei angeregtem Meinungsaustausch beisammen. Zusammenfassend gesagt: Der Historische Verein im Landkreis steht auf soliden Füßen, bietet eine hohe Vielfalt an Aktivitäten und hat für die Zukunft anspruchsvolle Pläne. red