Ein internationales Forscherkonsortium unter Beteiligung der Pathologie Bamberg hat die Klassifikation von Tumoren im Zentralen Nervensystem revolutioniert. Das Team unter der Leitung des Hopp-Kindertumorzentrums (KiTZ) am NCT Nationales Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg und der Abteilung für Neuropathologie am Universitätsklinikum Heidelberg entwickelte über die letzten fünf Jahre ein Verfahren, mit dessen Hilfe Gehirntumore zukünftig besser diagnostiziert und damit Krebserkrankungen noch erfolgreicher behandelt werden können, heißt es in der Mitteilung der Sozialstiftung Bamberg.
Die Forscher analysierten bestimmte chemische Markierungsmuster im Erbgut von Tumoren, wodurch sie sehr verlässliche und präzise Informationen über die Herkunft der Tumorzellen erlangten. Dies ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche Prognoseabschätzung und Therapie für jeden einzelnen betroffenen Patienten. Zudem sei es mittels dieser neuen Technik gelungen, bislang nicht bekannte, klinisch-relevante Tumoruntergruppen zu identifizieren, die in den bisherigen Klassifizierungen noch nicht enthalten sind. Um den Einsatz der Methode in der täglichen Routinediagnostik zu testen, wurden mehrere Tausend Proben analysiert und die ursprüng-liche Diagnose in etwa zwölf Prozent der Fälle korrigiert.
Zwei Mitglieder des Hirn-Tumorzentrums Bamberg waren laut der Mitteilung an der Entwicklung dieser Studie beteiligt. Prof. Rolf Buslei und PD Dr. Volkmar Hans aus der Pathologie des Klinikums am Bruderwald haben zahlreiche seltene Tumorentitäten aus ihren jeweiligen Spezialgebieten (Tumoren der Hirnbasis und Epilepsie-assoziierte Läsionen) zur Forschungsarbeit beigesteuert und in zusätzlichen eigenen, durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft geförderten Projekten, das Verfahren unabhängig validiert. red