Bürgermeister Hermann Anselstetter (SPD) schlägt Alarm, denn die einstige Perle der fränkischen Gastronomie droht in dem Luftkurort zu verkümmern und das muss sich seinen Worten nach schnellstens ändern. Dieses Markenzeichen war berechtigt, denn noch bis vor zwölf Jahren hatte man in der Marktgemeinde immerhin zwölf gastronomische Betriebe. Inzwischen stellt Anselstetter aber fest, dass Wirsberg einen sehr raschen Gastronomieschwund habe: "Wir haben jetzt nur noch sechs gastronomische Betriebe. In wenigen Jahren hat sich das um die Hälfte reduziert."
Anselstetter ließ jetzt einen Hilferuf an Jungköche und Leute los, die in der Gastronomie arbeiten, ob es nicht eine Überlegung ist, mit dem früheren "Schorgasttal", das zum Verkauf oder zur Pacht steht, wieder ein schmuckes Lokal zu eröffnen. Interessenten werden gebeten, sich mit der Gäste-Information im Rathaus Wirsberg (09227/93220) in Verbindung zu setzen.
Dicht gemacht haben seither das Restaurant "Schorgasttal", das 2015 mit seinem Küchenchef Jürgen Ellner aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste, die "Ockermühle" und in der Folge die "Taverne Mykonos", das Waldhotel "Hubertushof" und das Terrassenhotel Nenninger, der Gasthof Pöhlmann, das Hotel "Am Lindenberg" und die Gaststätte Weiß in Cottenau.


Blick zurück schmerzt

"Ich will gar nicht weiter zurückgehen, denn da gäbe noch mehr Gasthäuser, die ihren Betrieb aufgaben", so Anselstetter. "Wir können natürlich heute angesichts der Tatsache, dass wir das Hotel "Post", den Reiterhof und den Hotel-Gasthof Hereth haben, die immer noch blühend sind, zufrieden sein. Aber in der Breite sind wir lange nicht mehr so gut aufgestellt." Neben den bereits genannten Häusern gibt es heute nur noch die Pizzeria im früheren Gasthof Pöhlmann, die Bierwirtschaft "Göringsbruck" und den Landgasthof Steinlein in Neufang.
Mit dem Rückgang der gastronomischen Betriebe wurde zugleich ein wunder Punkt festgestellt, der der Marktgemeinde Wirsberg sehr viele Sorgen macht. "Wir haben als größter Urlaubsort und als einziger staatlich anerkannter Luftkurort im Landkreis Kulmbach aktuell an Wochentagen kein gutbürgerliches Mittagessen mehr. Außer der Pizzeria und dem Reiterhof haben wir derzeit keinen gastronomischen Betrieb, der überhaupt ein Mittagessen anbietet", so Anselstetter. "Das ist etwas, was uns schwer zu schaffen macht, denn wir werben ja deutschlandweit als Urlaubsort und wenn ein Urlaubsort kein gutbürgerliches Mittagessen anbieten kann, dann wird das problematisch." Durch Wirsberg laufen Fernradwege genauso wie die oberfränkischen Radwege. Außerdem kehren viele Wanderer und Wandergruppen in Wirsberg ein. Ohne Mittagstisch wären die laut Anselstetter schnell wieder weg.


Chance für Neuanfang nutzen

Der Bürgermeister will daher die Chance nutzen, das Restaurant "Schorgasttal", das zum Verkauf steht, ins Gespräch zu bringen: "Es ist nach wie vor ein sehr schönes Lokal, die Gasträume sind sehr einladend und die Lage im Herzen unseres Urlaubsortes ist auch sehr gut. Es gibt noch ein kleines Biergärtchen dazu und alle Voraussetzungen sind gegeben, dass dort wieder gastronomisches Leben einziehen könnte. Es wäre jedenfalls toll, wenn die Tradition vom Restaurant "Schorgasttal" weitergeführt werden könnte."