Das süße Gesicht, die niedlichen Knopfaugen und die Tatsache, dass es sich um ein artgeschütztes Tier handelt, bewegt viele Menschen dazu, das vermeintlich hilflose Tier aufzunehmen. Die Tierschutzinitiative Haßberge mit ihrer Vorsitzenden Britta Merkel kennt die Fakten. Und demnach hat ein gesunder Igel schlechtere Überlebenschancen in menschlicher Überwinterung als sein freilebender Artgenosse (Quelle: Bundesnaturschutz Darmstadt)

In der Regel gilt: Jung-Igel, die zwischen 250 und 350 Gramm wiegen, müssen in ihrem Revier bleiben. Nur augenscheinlich kranke oder verletzte Tiere brauchen jetzt Hilfe.

Keine Milch füttern

Gerade jüngere Igel können fürs Überwintern unterstützt werden, indem geeignete Nahrung zugefüttert wird, informiert Britta Merkel. Aber Obacht! Igel sind reine Insektenfresser und können mit Obst, Nüssen oder gar mit Milch nichts anfangen. Milch kann sogar tödlichen Durchfall verursachen. Besser ist ein hochwertiges Katzenfutter mit hohem Fleischanteil und ohne Getreide (Billigfutter enthält meist nur vier Prozent Fleisch). Gerne verspeisen die stacheligen Zeitgenossen auch gebratenes Rinderhackfleisch mit etwas Rührei (ungewürzt).

Wichtig ist, dass die Futterstelle regelmäßig gesäubert und vor allem so platziert wird, dass sich keine Katzen bedienen können. Optimal bietet sich eine umgedrehte Obstkiste beschwert mit einem Stein an.

Ein Igel sollte im November etwa 600 bis 800 Gramm wiegen. Mit diesem Gewicht kommt er gut durch den Winter.

Igel, die bei Dauerfrost und geschlossener Schneedecke tagsüber herumlaufen oder allgemein herumlaufende Igel brauchen Hilfe. Allerdings haben die vergangenen Jahre gezeigt, dass unsere Wintermonate nicht mehr so winterfest sind wie früher. Dies hat zur Folge, dass sich die Igel teilweise nur im Dämmerschlaf befinden oder bei milden Temperaturen regelmäßig aufwachen. Dadurch verbrauchen sie sehr viel Energie, welche wieder durch Nahrung ausgeglichen werden muss.

Auch hier ist es wichtig, zuzufüttern oder sich mit der Tierschutzinitiative Haßberge in Verbindung zu setzen (per WhatsApp Videos oder Fotos schicken und Rat einholen).

Lebensräume erhalten

Eine gute Igelhilfe ist die Schaffung und Erhaltung ihrer Lebensräume. Für Baumaterial wie trockenes Moos, liegengelassene Laubhaufen und Holzstöße sind sie sehr dankbar - ein Verzicht auf Mähroboter rettet Igelleben. Richtiges Zufüttern erleichtert unerfahrenen Jung-Igeln das Überwintern. Hilfe benötigen verwaiste Igel-Junge, die sich tagsüber außerhalb des Nestes befinden und noch geschlossene Augen haben. Igel, die nach Wintereinbruch bei Dauerfrost und Schnee herumlaufen - vor allem tagsüber - sind oft kranke oder schwache Alttiere. Kranke Igel bewegen sich oft fragwürdig, torkeln oder liegen apathisch herum. Verletzte Tiere erkennt man oft daran, dass die Augen nicht kugelförmig hervorstehen, sondern eingefallen sind; kranke Igel rollen sich nicht zu einer Kugel zusammen. Bei unterernährten Igeln, die kurz vor dem Winter unter 600 Gramm wiegen, ist menschliches Eingreifen nötig. red