Die Flieger fliegen wieder. Das sehe ich täglich beim Blick aus meinem Küchenfenster aufs Walberla. Dort ist nämlich wieder etwas zu sehen, was es während des Lockdowns überhaupt nicht gab: ein paar wenige weiße Flugzeugstreifen. Auf dem Weg nach Mallorca, Kreta und anderen traumhaften Urlaubszielen. Für viele geht es wieder weg. Auch wir haben nicht storniert. Endlich wieder raus. Endlich wieder was anderes sehen. Aber ganz ehrlich? Eigentlich haben wir während dieser vielen Wochen zuhause ganz viel gesehen. Nämlich das, was wir seit Jahren direkt vor der Nase haben. Wir haben Ausflüge gemacht, die wir so vielleicht nie gemacht hätten. Oder zumindest nicht so geballt. Ob auf dem Radl oder einfach nur zu Fuß querfeldein. Wir haben die Heimat ganz neu wahrgenommen. Mit all seinen Facetten. Es gibt so viele wunderschöne und versteckte Orte. Und egal, wo man hingeht, es gibt einfach immer etwas zu entdecken. Faszinierende Felsgebilde, spannende Höhlen, eine kleine Rehfamilie mitten im Wald. Und dazu braucht es kein Flugzeug. Nicht mal Wanderschuhe. Aber natürlich bitte auch nicht noch einmal solch einen coronabedingten Stillstand. Vielleicht haben wir das in dieser verrückten Zeit ein bisschen gelernt: Das Gute liegt doch so nah! Wir müssen es nur sehen und sehen wollen. Wie die weit entfernten Flugzeugstreifen. Nur eben direkt vor der Haustüre.