Bereits im Juni hatten sich die Gemeinderäte aus Hetzles mit der Wasserversorgung einer Baumschule auseinandergesetzt. In der jüngsten Sitzung stand nun der Antrag des Eigentümers erneut auf dem Plan. Dieser möchte nun offiziell an die Trinkwasserversorgung der Gemeinde Hetzles angeschlossen werden, um seine Baumschule bewässern zu können. "Wir haben einen Aufruf gestartet, dass die Trinkwasserversorgung strapaziert ist. Wenn wir den Anschluss an die Leithenberg-Gruppe nicht hätten, müssten wir ein Gießverbot aussprechen", erklärte Erster Bürgermeister Franz Schmidtlein (BHH).

Danach erläuterte er dem Gremium, dass es für besagte Baumschule eigentlich gar keine Erschließung gegeben habe. Der Wasserverbrauch der Baumschule sei im Jahr 2016 etwa 4360 Kubikmeter gewesen und im vergangenen Jahr zirka 3500 Kubikmeter.

Hoher Wasserverbrauch

Schmidtlein berichtete weiter, dass im April eine provisorische Zapfstelle angebracht worden war, die Anfang August jedoch wieder abgebaut wurde, denn der Wasserverbrauch der Baumschule lag in drei Monaten bei 4409 Kubikmetern. "Das ist ja mehr als dort sonst im ganzen Jahr verbraucht wurde", warf ein Gemeinderatsmitglied ein. "Da wurden ein Viertel unserer Ressourcen angezogen. Dadurch ist die Wasserversorgung unserer Gemeinde gefährdet", bestätigte Schmidtlein und erklärte, dass der vorliegende Antrag auf eine dauerhafte Wasserentnahme aus dem Wasserversorgungsnetz Hetzles ziele.

Für eine solche würden etwa 23 000 Euro Herstellungskosten entstehen, die der Besitzer der Baumschule übernehmen müsse. Der vorliegende Beschluss sah vor, den Anschluss zu genehmigen. Allerdings berichtete Schmidtlein, er habe mit den nicht anwesenden Räten gesprochen, und diese seien nicht dafür, den Anschluss an die Wasserversorgung zu genehmigen. Außerdem wies er erneut darauf hin, dass dadurch die Wasserversorgung in Hetzles gefährdet sei. Ein Gemeinderat fragte nach, ob man jemanden von der Wasserversorgung ausschließen könne, der auf das Wasser angewiesen sei, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Und ob die Gemeinde dann für den Verdienstausfall haftbar gemacht werden könne.

Steuern an Nachbargemeinde

Das konnte nicht beantwortet werden. Außerdem erkannte das Gremium, dass die Baumschule ihre Gewerbesteuer an die Nachbargemeinde zahlt. Eine Idee war, die Abnahme zu begrenzen. Doch Bürgermeister Franz Schmidtlein meinte, er wüsste nicht, wie. Außerdem erläuterte er, dass aufgrund der Trockenheit auch die Ergänzungslieferungen der Leithenberg-Gruppe geringer seien, denn auch dort könne nicht unbegrenzt Wasser gepumpt werden.

"Die vorliegenden Zahlen haben mich aufgeweckt. Deshalb kann ich euch nur empfehlen, den Antrag abzulehnen", so der Bürgermeister. Dem entsprach das Gremium, und der Antrag der Baumschule auf einen Anschluss an die Wasserversorgung Hetzles wurde abgelehnt.